Nachfrage gestiegen

Karlshafen: Potenzial für ein weiteres Hotel?

Derzeit geschlossen: Das Hotel am Kurpark in Bad Karlshafen. Fotos: Löschner

Bad Karlshafen. Das Hotel am Kurpark und das Alt Carlshafen haben vor Kurzem dicht gemacht, von Hotelsterben und Geisterstadt war daraufhin die Rede.

Signalwörter, die auch angesichts der Demografie, städtischer Geldnot, leer stehender Geschäfte oder der ungewissen Zukunft des Fahrgastschiffes „Hessen“ von Pessimismus zeugen, aber auch Widerspruch hervorrufen.

„Die Hotellandschaft und die Gastronomie sind in Bad Karlshafen seit vielen Jahren stabil“, stellt beispielsweise Rüdiger Laabs, Geschäftsführer im Hotel zum Schwan fest. Jedes Hotel vor Ort habe seine eigene Ausprägung, das Hotel am Kurpark etwa in der Zusammenarbeit mit Veranstaltern von Busreisen. „Das Haus ist eine der wichtigen Säulen unter unseren Hotelstandorten“, meint Laabs.

Rüdiger Laabs

Markus Stern, als Geschäftsführer der Bad Karlshafen GmbH für den Tourismus zuständig, bestätigt das: „Wir haben definitiv Potenzial für ein weiteres Hotel, das zeigen die Nachfragen auf Messen.“ Die aktuelle Schließung der beiden Betriebe seien Einzelfälle, die sich aus Besitzerwechsel und Betreiberschaft ergeben haben.

Auch die Übernachtungszahlen lassen nicht auf ein strukturelles Problem des Karlshafener Tourismus schließen. Seit etwa einem Jahrzehnt bewegen diese sich immer zwischen gut 150.000 und gut 170.000. Es gibt in dieser Spanne Ausschläge nach oben und unten, die Markus Stern auf das Wetter im jeweiligen Sommer zurückführt, aber keine Abwärtstendenz.

Zwei Trends seien zu erkennen: Zum einen blieben die Gäste im Schnitt länger, zum anderen stiegen die Zahlen bei Privatunterkünften. Im gesamten Weserbergland gibt es nach aktuellen Zahlen des Weserbergland-Tourismus e.V. in den vergangenen zehn Jahren einen Aufwärtstrend.

Vom Tisch ist derzeit auch die Nutzung des Hotels am Kurpark als Unterkunft für Asylbewerber. „Kein vernünftiger Mensch hat etwas gegen die Unterbringung von Flüchtlingen, aber wir brauchen an diesem Standort einen Hotelbetrieb“, sagt Rüdiger Laabs und auch alle drei Fraktionen im Stadtparlament sprechen sich wie Bürgermeister Ullrich Otto für eine touristische Nutzung des Hauses aus und schlagen alternative Standorte oder die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern in Wohnungen vor.

Auf Nachfrage beim Landkreis erklärte Pressesprecher Harald Kühlborn, dass Verhandlungen über andere Objekte bereits weit gediehen seien, Planungen für das Hotel am Kurpark würden derzeit sicher nicht verfolgt. Die Unterbringung in Wohnungen, die es auch in einem Einzelfall in Bad Karlshafen bereits gebe, komme in der Regel erst einige Monate nach der Ankunft der Menschen infrage, so Kühlborn. (zlö)

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