Zum Bad Karlshafener Hafenfest kochten Flüchtlinge

Blick in internationale Töpfe: Susanne Selbert (links) verteilt am Stand von evangelischer Kirche und Landkreis die von Flüchtlingen zubereiteten Speisen.

Bad Karlshafen. Afrikanisches Injera (Brot aus Zwerghirse) mit Hühnchen oder Gemüse, gefüllte Weinblätter, syrische Teigtaschen und diverse nahöstliche Süßspeisen: beim Hafenfest am Pfingstwochenende war das Zelt an der Stephanuskirche beliebte Anlaufstelle für Freunde internationaler Küche.

Die in Bad Karlshafen lebenden Flüchtlinge hatten hier Kostproben ihrer jeweiligen Kochtradition für Einheimische und Touristen zum Probieren vorbereitet.

„Mit dem Stand wollten die Menschen die Gelegenheit nutzen, etwas zurückzugeben und Kontakte zu knüpfen“, sagte Hildegard Gunkel-Becker, Flüchtlingsbetreuerin des Landkreises.

Das Zelt von Landkreis Kassel und evangelischer Kirchengemeinde mit dem Buffet und Sitzgelegenheiten erwies sich als erfolgreiche Aktion und bot viele Anlässe, über kulturelle Grenzen hinweg ein paar Worte zu wechseln. Das fand auch Vizelandrätin Susanne Selbert, die sich am Samstag dort eingefunden hatte und afrikanische Speisen an Gäste verteilte.

Derzeit leben rund 250 Flüchtlinge in Bad Karlshafen und Helmarshausen, die vier Gemeinschaftsunterkünfte seien ausgelastet, berichten Selbert und Gunkel-Becker. Da das Land Hessen die großen Erstaufnahmeeinrichtungen leere, seien die Zuweisungen an den Kreis bisher nicht gesunken. Der Kreis wiederum werde bei rückläufigen Zahlen die großen Hallen räumen und die Menschen in Unterkünfte wie die Karlshafener Hotels verlegen.

„Die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an“, waren sich Selbert und Gunkel-Becker am Samstag einig: haben sich die Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften an grundlegende Gepflogenheiten in Deutschland gewöhnt, führt der nächste Schritt in die eigene Wohnung, in Vereine und zu Jobs und Praktikumsplätzen. Um die Flüchtlinge dabei zu unterstützen werden jetzt verstärkt Helfer und Paten benötigt, die diese Integrationsarbeit begleiten. (zlö)

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