Karlshafener Parteien bilden Front gegen AfD

Das Rathaus in Bad Karlshafen. Archivfoto: Dittrich

Bad Karlshafen. Die Parteien in Bad Karlshafen rücken gegen die AfD zusammen, die mit zwei Sitzen im Parlament vertreten ist. Die AfD spricht von "Intrige".

Anstoß nehme man vor allem an Äußerungen „unter der Gürtellinie“ und wiederholter Angriffe auf die Protokollführung der Verwaltung, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft Heiner Wehmeier.

Bad Karlshafens Bürgermeister Ullrich Otto hatte zu einem Gespräch der Fraktionsvorsitzenden und des Stadtverordnetenvorstehers geladen. Das Thema: der Umgang mit der AfD, die nicht eingeladen wurde. „Die Teilnehmer wollen dagegenhalten“, so Otto. Das veranlasste den AfD-Fraktionsvorsitzenden Florian Kohlweg am Dienstagabend zu einer Kritik der Zusammenarbeit im Parlament.

Er fühle sich auch persönlich angegriffen, wenn hinter dem Rücken der AfD-Fraktion über sie gesprochen werde, sagte der 19-Jährige in einer Stellungnahme zum Ende der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. Er habe über eine E-Mail im Urlaub von dem Treffen erfahren und sofort rechtliche Schritte geprüft, diese aber wieder verworfen. „Wer Intrige sät, wird Intrige ernten“, so Kohlwegs Schlusssatz. „So ein Gespräch verletzt die Neutralität des Bürgermeisters“, findet auch der AfD-Stadtverordnete Manfred von Reetnitz.

Davon will Ullrich Otto nichts wissen: „Ich bin frei in der Wahl meiner Gesprächspartner“, sagt der Bürgermeister. Er würde ja auch mit der AfD sprechen, ohne die anderen Parteien vorher um Erlaubnis zu fragen. Er habe sich lediglich ein Stimmungsbild machen wollen, wie das Parlament mit den teils populistischen Äußerungen und der Kritik der AfD an der Protokollführung umgehen wolle. Die Mitarbeit erfolge ehrenamtlich, stellt Otto klar. „Wenn das so weitergeht, soll die AfD die Protokolle eben selber schreiben.“

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