Professor informierte sich über Strategien gegen Wohnungsleerstand

Bad Karlshafens Altstadt richtig beleben

Problemviertel: Aktuell sieht es trostlos am Hafen von Bad Karlshafen aus. Einige der historischen Gebäude sind nur noch teilweise bewohnt. Foto: Temme

Bad Karlshafen. Wie geht Bad Karlshafen mit seinem Wohnungsleerstand um? Dieser Frage geht Professor Dr. Holger Schmidt nach.

Einen Tag besuchte der Stadtplaner die Kleinstadt, verschaffte sich vor Ort Einblicke in die Situation.

20 Städte im gesamten Bundesgebiet will der Wissenschaftler der Technischen Universität Kaiserslautern in den künftigen Wochen unter dem Aspekt untersuchen. „Mich interessiert, was die einzelnen Städte für Strategien gegen den Leerstand entwickelt haben“, erklärte der Wissenschaftler. Aus diesen Erkenntnissen will er schließlich „eine Art Werkzeugkasten“ zusammenstellen, der es den einzelnen Verwaltungen einfacher machen soll, das Thema anzugehen.

„Grundsätzlich finde ich es wichtig, den Altstadtkern zu erhalten und zu beleben“, so der Wissenschaflter. Grebenstein sei in dieser Hinsicht sehr vorbildlich, dort werde erfolgreich die Altstadt saniert und somit dort Leerstand abgebaut. Laut Schmidt machten es sich viele Städte zu einfach, würden kontinuierlich neue Baugebiete ausweisen und parallel dazu den Kern aussterben lassen.

Bad Karlshafens Bürgermeister Ullrich Otto will da ansetzen: Er will die Attraktivität des barocken Stadtkerns stärken, indem er nicht nur den Hafen wieder zugänglich machen will, sondern auch die Belebung der historischen Gebäude im Hinterkopf hat.

Großes Vorhaben: Dass die alte Schleuse zwischen Weser und Hafenbecken wieder geöffnet werden soll, hält Professor Dr. Holger Schmidt für eine gute Idee. Eine Belebung des Hafens wird sich auch auf die umliegenden Gebäude auswirken, so seine These. Foto: Temme

Aktuell seien sie erstmal mit der Sanierung des Hafens beschäftigt, erklärt der Rathauschef. In einem weiteren Schritt soll dieser dann wieder von der Weser her zugänglich gemacht, die alte Schleuse geöffnet werden. „Dieses einzigartige Hafenbecken wieder zu öffnen, ist der richtige Weg – davon werden auch die umliegenden Gebäude profitieren“, erklärte Professor Schmidt.

Einkaufsmärkte zurückholen

Auf 40 Prozent wird der Leerstand in der Altstadt von Bad Karlshafen beziffert. Wie sie in Zukunft als Stadt die Eigentümer unterstützen könnten, gehört auch zu Ottos Anliegen. Beispielsweise hätten einige Städte Anprechpartner für Eigentümer ausgebildet, die diese dann über Fördermittel und Ähnliches informierten, weiß der Professor. Einen solchen Weg zu gehen, hält Otto für realistisch. Außerdem will er langfristig gesehen, auch die Einkaufsmärkte wieder mehr im Kernbereich ansiedeln.

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