Karlshafens Fahrgastschiff: Die Hessen im Porträt

Bad Karlshafen. Die Sonne strahlt mit Hans-Christian Wehmeier um die Wette, als sich das Fahrgastschiff „Hessen" von der Kaimauer weg bewegt und gen Beverungen aufbricht.

Für Wehmeier ist der Saisonauftakt „seiner Hessen“ immer wieder etwas ganz Besonderes, ohne den Altbürgermeister nämlich würde es das beliebte Fahrgastschiff nicht geben. Während er an der Reling steht und den herrlichen Blick auf Bad Karlshafen genießt, erinnert er sich an die Anfänge des 33 Meter langen Wasserfahrzeuges.

„Wir hatten Probleme mit der Oberweser Dampfschifffahrtsgesellschaft in Hameln, die Jahr für Jahr enorme Zuschüsse von den Anliegergemeinden forderte“, erinnert sich Wehmeier. Schnell habe man sich für ein eigenes Schiff entschieden, das 1992 schließlich in einer Werft in Oberwinter am Rhein gebaut worden sei.

1,3 Millionen Mark habe es gekostet, eine Investition, die sich laut dem ehemaligen Rathauschef gelohnt haben. „Wir haben tolle Erfolge erzielt, die Hessen ist sehr gut angenommen worden und wir hoffen, dass dies so weitergehen wird.“

250 Passagiere

Danach sieht es knapp 25 Jahre nach Anschaffung noch immer aus, die „Hessen“ erfreut sich großer Beliebtheit und ist auch zum Saisonauftakt am Sonntag nahezu ausverkauft. Zugelassen ist das Fahrgastschiff für 250 Passagiere - 100 im Salon, 100 auf dem überdachten Oberdeck und 50 auf dem Freideck.

Das alles in Schuss zu halten, bedeutet für das engagierte Team endlos viele Arbeitsstunden - auch am Sonntagmorgen, lange, bevor die ersten Besucher an Bord gehen. Serviceleiterin Kathy Risse kümmert sich mit ihrem Team ums Eindecken der Tische, bereitet Getränke vor und stellt den Begrüßungssekt kalt. Küchenchef Albert Lückert hat den Großteil der Speisen für sein Grillbuffet schon in der Thermenküche vorbereitet, „die Bordküche ist einfach zu klein“. Salate muss er nur noch in die großen Glasschüssel umfüllen, den Grill für die frische Bratwurst auf dem Freideck aufstellen.

Damit alle für ihre Arbeit mit Strom versorgt sind, hat Schiffsführer Oliver Groß schon das riesige Aggregat angeschmissen. „Alles in Ordnung“, ruft er seinen Kollegen zu, als er die Motoren kontrolliert. Sie bereiten ihm keine Sorgen. Anders das Hochwasser, das die eigentlich geplante Route flussaufwärts schier unmöglich macht. „Wir passen nicht mehr unter der Weserbrücke durch“, sagt der gelernte Binnenschiffer, der die „Hessen“ erst seit vergangenem Jahr fährt. Vorher hat er riesige Transportschiffe gelenkt und freut sich, nun statt mit Containern mit Menschen zu tun zu haben. „Ich fühle mich her schon wie zuhause“, sagt er und hofft, wie Altbürgermeister Hans-Christian Wehmeier, noch viele Jahre über die Weser schippern zu können.

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