Bad Karlshafens Politiker geben breite Zustimmung zur Öffnung des Hafens

Bad Karlshafen. Trotz kritischer Anmerkungen stehen die Bad Karlshafener Kommunalpolitiker mit breiter Mehrheit hinter den Plänen, das historische Hafenbecken zur Weser hin zu öffnen. Sie gaben grünes Licht, um das sieben Millionen Euro teure Projekt in Angriff zu nehmen.

Schon seit Monaten wird in der Stadt und den Gremien über das Mammutprojekt diskutiert, für das die Stadt 600.000 Euro selbst aufbringen muss. Jetzt gab das Stadtparlament dafür grünes Licht. Nur drei der 17 Stadtverordneten, einer aus jeder Fraktion, votierten dagegen. Die Hauptargumente: Die Stadt sei hochverschuldet, es entstünden Folgekosten und niemand könne garantieren, dass die Baukosten bei den sieben Millionen Euro blieben.

Die Gründe wurden zwar von den Befürwortern anerkannt, aber Sprecher von SPD, FWG und CDU wiesen auf die große Chance für die Stadt hin. Durch die Hafenöffnungkönne die Innenstadt belebt, Besucher nach Karlshafen gelockt werden, so FWG-Sprecher Heiner Wehmeier. Nicht als glühende Befürworterin sondern als „kritische Begleiterin“ bezeichnete sich SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Löschner, die aber letztlich wie 13 weitere Mandatsträger für die Hafenöffnung stimmte.

Wichtig war aber auch den Befürwortern, dass sie mit dem Beschluss das Heft nicht aus der Hand geben. Alle Zusatzkosten müssen vom Parlament beschlossen werden, selbst wenn sie in einer Größenordnung sind, die sonst der Magistrat absegnen könnte.

Bürgermeister Ullrich Otto hielt sich bei der knapp einstimmigen Diskussion im Parlament zurück. Er sagte auf Anfrage der HNA, dass es immr noch die Möglichkeit gebe, die Reißleine zu ziehen, falls die Kosten zu hoch würden. Er zeigte sich aber auch erleichtert, für die Öffnungspläne des Hafens eine so breite Mehrheit erhalten zu haben.

Die Öffnung des Bad Karlshafener Hafenbeckens zur Weser hin wird nach den ersten Schätzungen sieben Millionen Euro kosten. Der reine Bau schlägt dabei mit 6,1 Millionen zu Buche, 900.000 Euro betragen die Planungskosten.

Bei den Ausgaben trägt den Großteil der Bund. Er übernimmt 5,5 Millionen. Das Land zahlt aus Mitteln der Denkmalpflege 0,4. Die Ausbaggerung des Hafens wird von „Schlösser und Gärten“ Hessens zur Vergügung gestellt. Den restlichen Betrag in Höhe von 600.000 Euro muss die Stadt Bad Karlshafen tragen. Mit dem Beschluss haben die Stadtverordneten nur beim Baun beantragt, die 5,5 Millionen bereitzustellen.

Lesen Sie dazu auch: Hafenöffnung in Bad Karlshafen: Steuerzahlerbund warnt vor Schnellschuss

Rubriklistenbild: © Markus Loeschner

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