Karnevalisten machen sich über Hafenöffnung lustig

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Überfall im Reinhardswood-Forest: Robin Hood erwischte einen Geldboten, der auf dem Weg nach Wiesbaden war.

Helmarshausen. Der Saal voll, die Stimmung ausgelassen - aber was wäre der Helmarshäuser Besenbinderball ohne seinen „Vorort" Karlshafen?

Denn ohne die Eingemeindung in die Kurstadt hätten die „Monzer“ am Samstagabend wohl weniger zu lachen gehabt: Kaum ein Programmpunkt, an dem man sich nicht über den Vorort lustig machen würden.

Eine Steilvorlage bot in diesem Jahr natürlich die Hafenöffnung. Schon der Einzug der Hexen, die wie gewohnt den Besenbinderball eröffneten, gestaltete sich schwierig. Erst musste ihnen freie Bahn geschaffen werden: durch die geplante Hafenöffnung gebe es schon so viele Neubürger, dass der Verkehr ins Stocken komme.

Thermedach über dem Hafen

Optischer Höhepunkt beim Besenbinderball: Die Hopfenhasen, die als Schneefrauen wirkungsvoll bei Schwarzlicht auftraten. 

Auf der Bühne verwandelten sich die Hexen und ihre Getreuen dann in Robin Hood und Gefolge, die im Reinhardswood-Forest Geld für die klamme Stadtkasse eintreiben wollten. Tatsächlich erwischte der tapfere Robin auch einen Geldboten, der gerade auf dem Weg von Berlin nach Wiesbaden war, und plünderte ihn aus. Ob das Geld aber in Karlshafen bleibe, darüber sollten die Bürger in der kommenden Woche entscheiden, meinte der Hexen-Manager Harald Alberding. Verwendungsvorschläge hatte allerdings schon der Vize-Ersatz-Pressesprecher der Bad Karlshafen GmbH (Pfarrer Daniel Fricke), der die neuesten Aufsichtsratsbeschlüsse verkündete: Das Thermendach wird verlegt und über den Hafen gebaut - als riesiges Gewächshaus („die Probebepflanzung im vergangenen Jahr war erfolgreich“). Und wer sich bei Ebay schon eine Yacht ersteigert habe, müsse sich keine Sorgen machen: Der neue Yachthafen wird in den Kursaal verlegt, „da kommt das Wasser durchs Dach schon von ganz alleine rein.“

Wendemanöver der FWG

In einem Hafenbeckenmodell Maßstab 1:10 hatte sich derweil ein Leichtmatrose (Marcus Dittrich) niedergelassen, der schon einmal die „Wendemanöver der FWG“ probte - für den Fall, dass es mit der Hafenöffnung doch nicht klappen sollte. Als parteilosen Aufpasser hatte er sich wegen der Kommunalwahl Bürgermeister Ullrich Otto (in Person) mitgebracht, der immer wieder gegen allzuviel Einseitigkeit und Vorort-Schelte protestieren musste.

Auch Moderator Manfred Dittrich - der in diesem Jahr zum 50. Mal auf der Besenbinderballbühne stand - frotzelte immer wieder Richtung Karlshafen, nicht ohne aber auch Werbung für „Sieburg Ahoi“ am Samstag zu machen.

Für reichlich Zugabe-Rufe sorgten bei einem abwechslungsreichen Programm auch die Showeinlagen: Gleich zu Beginn heizte der Helmarshäuser Spielmannszug tüchtig ein. Die Jugendfeuerwehr zeigte, wie man zu „Stayin Alive“ der Bee Gees Leben retten kann. Heiß umjubelt war mit einem Garde- und einem Showtanz als Gäste in diesem Jahr die Tanzgarde Trendelburg dabei. Übrigens laden die Hopfenhasen am kommenden Donnerstag zum Weiberkarneval im „Deutschen Haus“ in Helmarshausen ein. (zmd)

Helmarshäuser Besenbinderball: Witze über Hafenöffnung

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