23 bis 30 Plätze fehlen

Kita-Plätze: Karlshafen ist Sorgenkind im Kreis

Bad Karlshafen. Nirgends in der Nordspitze geben so wenige Eltern ihre Kinder in die Kindertagesstätten wie in Bad Karlshafen: Das bestätigt der Landkreis Kassel. Trotzdem steht die Stadt vor einem erheblichen Problem, weil es nicht genug Kita-Plätze gibt.

23 bis 30 Kinder – je nachdem wen man fragt – stehen auf Wartelisten. Dabei hatte die Kirche als Träger schon lange auf das Problem hingewiesen.

Die Quote der Inanspruchnahme von Kita-Plätzen in Bad Karlshafen liegt beispielsweise bei den Einjährigen bei 16,7 Prozent (Schnitt im Landkreis 35,9), bei den Zweijährigen bei 25 Prozent (Kreis 62,9) und bei den Dreijährigen und Älteren (bis Schuleintritt) bei 87,2 Prozent (Kreis Kreis 98,5). Obwohl Schwankungen zwischen den Kommunen normal seien, „liegen die Zahlen in Bad Karlshafen signifikant unter Vergleichszahlen anderer Kommunen in der Nordspitze“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Darauf habe man die Stadt hingewiesen und eine Erweiterung der Kapazitäten angeregt.

Und der Kreis ist mit der Einschätzung nicht allein: Das Evangelische Kirchspiel Bad Karlshafen-Helmarshausen als Träger der beiden örtlichen Kitas weist schon lange energisch auf das Problem hin: „Die aktuelle Situation ist verheerend. Beide Einrichtungen sind bis zum Anschlag voll“, schrieb Pfarrer Daniel Fricke kürzlich. Schon im Sommer wandte er sich an Stadt und Stadtparlament. Nur: Seine Briefe erreichten die Parlamentarier nie.

Erst als die AfD Wind davon bekam, machte sie es publik. Der Vorwurf: Die Stadt habe durch Untätigkeit die Situation zur Eskalation gebracht. Die AfD „übertreibt in einem Maße, das nicht tragbar ist“, schimpft Bürgermeister Ullrich Otto. Die Stadtverwaltung habe den Brief nicht verteilt, „weil wir sofort gehandelt haben“. Allerdings konnte das Problem nicht gelöst werden. Nun steht die Stadt vor einer großen Herausforderung.

Verwirrung um Zahlen

Was die Situation in Karlshafen noch unübersichtlicher macht, ist das unklare Ausmaß des Mangels an Kita-Plätzen: Denn Stadt und Kirchspiel geben unterschiedliche Zahlen an. Das Kirchspiel ist Träger der Kindergärten, hat also eigentlich die Zahlen aus erster Hand. Es beziffert die Zahl der fehlenden Plätze auf 23. Auf diese Angabe stützt sich auch der Landkreis Kassel. Der hat ein großes Interesse an der Lösung des Problems, weil er das Ziel einer Klage wäre, wenn Eltern den Rechtsweg beschritten. Die Stadt dagegen nannte die Zahl 30 und hielt auch nach einer Überprüfung durch die Verwaltung daran fest. Warum die Angaben unterschiedlich sind, war nicht zu klären.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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