Nach 30 Jahren wieder große Sanierung

Mauern bröckeln: Krukenburg unter der Lupe

Drei Tage lang soll der Aufbau des Gerüsts dauern. Der Zugang zur Burg bleibt aber weiter problemlos möglich, die Absperrung betrifft nur einen Teil der Rotunde.
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Drei Tage lang soll der Aufbau des Gerüsts dauern. Der Zugang zur Burg bleibt aber weiter problemlos möglich, die Absperrung betrifft nur einen Teil der Rotunde.

Weil einige Mauerteile nicht mehr sicher sind, müssen an der Ruine der Krukenburg wieder die Handwerker ran.

Helmarshausen / Bad Karlshafen – Vor über 30 Jahren, von 1980 bis 1989, wurden große Teile der Krukenburgruine bei Helmarshausen für damals 1,5 Millionen D-Mark (umgerechnet rund 750 000 Euro) saniert. Wiederum etwa ein Jahrzehnt sollen die erneuten Sicherungsarbeiten dauern, die jetzt anstehen. Ein Architekturbüro hat eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung vorgelegt, in die derzeit noch die Ergebnisse aus Gesprächen mit dem Heimatvereinsvorstand Helmarshausen eingearbeitet werden. Wie Bürgermeister Marcus Dittrich den Stadtverordneten jetzt berichtete, dient die Studie als Grundlage für die weiteren Planungen zur Sanierung und die Gespräche mit Zuschussgebern.

Vermessung aus der Luft

Fachleute hatten im Vorfeld erstmals eine komplette Vermessung der Burganlage unter anderem mit Drohnenaufnahmen vorgenommen und ein 3-D-Modell erstellt. Sie dient als Grundlage für jetzige und künftige Maßnahmen. Damit wurden die Schäden kartiert und in eine Rangliste eingeordnet. Derzeit wird ein Baugerüst an der Kirchenruine aufgestellt, damit erste Sofortmaßnahmen am Mauerwerk stattfinden können. Dittrich: „Manche Schäden müssen sofort, andere erst in zehn Jahren behoben werden.“ In den vergangenen Jahrzehnten habe sich wieder ein allgemeiner Sanierungsbedarf an allen Gebäuden ergeben, unter anderem durch erneuten Pflanzenbewuchs und Ausspülungen.

Nicht alles gesichert

Zum Teil seien in den 1980er-Jahren nur Teile der Außenmauern gesichert worden. Die Mauern beiderseits des Toreingangs etwa seien einsturzgefährdet und müssten gesichert werden. Im Keller des Mainzer Hauses gebe es Feuchtigkeitsschäden, auch im Paderborner Haus seien Sicherungen nötig. Wann die Arbeiten stattfinden und was sie kosten, dazu seien noch Beratungen nötig, denen er nicht vorgreifen wolle, sagte Dittrich gegenüber der HNA. Es gehe sicher um Millionenbeträge, aber man rechne mit Zuschüssen.

Rathaussicherung wird geprüft

Eine weitere Architektenstudie hat zudem das Karlshafener Rathaus untersucht und die Möglichkeiten für eine Gesamtsanierung aufgelistet. Aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte“ (wie der Schleusenbau und die Hafenumfeldgestaltung) und aus Geld des Denkmalschutzes soll zunächst die Dach- und Fassadensanierung umgesetzt werden. Für die dringend nötige Sicherung der historischen Stuckdecke im Landgrafensaal müssen andere Fördertöpfe gefunden werden. Dort haben sich Risse gebildet und die Sicherheit ist in Gefahr. Auch am alten Rathaus in Helmarshausen sind Arbeiten geplant, zunächst an technischen Anlagen.

Risse: Die Stuckdecke im Rathaus ist in Gefahr.

Als positive Nachricht konnte der Bürgermeister mitteilen, dass der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen jetzt schriftlich mitgeteilt hat, dass die jahrelange Sanierung der Hafenmauer nun abgeschlossen ist. (Thomas Thiele)

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