Bad Karlshafen

Kurparkhotel wird eventuell Flüchtlingsunterkunft

Bald Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge? Der Landkreis Kassel führt derzeit Gespräche mit dem Eigentümer des Hotels am Kurpark in Bad Karlshafen. Foto: Henke

Bad Karlshafen. Das seit Monaten leer stehende Hotel am Kurpark in Bad Karlshafen wird möglicherweise schon bald zu einer neuen Unterkunft für Flüchtlinge hergerichtet werden.

Der Landkreis Kassel steht in Geprächen mit dem Eigentümer des Hotels, einem Unternehmer aus Göttingen. Das bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises.

Das ehemalige Kurparkhotel sei im Frühjahr schon einmal von dem neuen Eigentümer als Flüchtlingsunterkunft ins Gespräch gebracht worden. Doch damals hatte es die Stadt Bad Karlshafen abgelehnt, im Zentrum der Kurstadt an der Weserpromenade eine solche Einrichtung zu schaffen. „Meine Meinung dazu hat sich zwar nicht geändert“, sagt Bürgermeister Ullrich Otto, „aber, wenn unter dem Druck des Flüchtlingsstroms der Kreis jetzt darauf zurückkommt, können wir dem nichts entgegenhalten“, so der Bürgermeister.

Tatsächlich würden im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen derzeit im gesamten Kreisgebiet Liegenschaften wieder in den Fokus rücken, die vor Monaten noch nicht als erste Wahl erschienen, sagt Kühlborn. Denn der Flüchtlingsstrom in den Landkreis Kassel wird größer. Kamen in den vergangenen Monaten jeweils 35 bis 40 Flüchtlinge wöchentlich, die im Kreisgebiet untergebracht werden mussten, so werden es in der nächsten Woche 100 sein, sagt Kühlborn. Der Zustrom in dieser Größenordnung werde bis zum Jahresende anhalten, habe das Land Hessen mitgeteilt. Aus diesem Grund würden sicherlich auch der Nordspitze des Landkreises demnächst noch mehr Asylbewerber zugewiesen werden müssen.

Derzeit sind in Karlshafen und Helmarshausen 42 Flüchtlinge untergebracht, im ehemaligen Hotel Schöneck sowie in einer Wohnung. Wenn in wenigen Wochen die ehemalige Jugendherberge in Karlshafen umgebaut ist, werden dort weitere 90 Plätze für Flüchtlinge geschaffen worden sein. Sollten dann noch das Hotel am Kurpark mit bis zu 80 Plätzen dazu kommen, würden in Bad Karlshafen schon bald über 200 Flüchtlinge vorübergehend eine neue Heimat finden.

Die steigende Zahl von Flüchtlingen wird vom Kreis und der Stadt aber nicht nur als Belastung, sondern auch als Chance gesehen. So kann gerade in die unter dem demographischen Wandel immer stärker leidende Stadt Bad Karlshafen auch gewinnen. Wenn nur ein Teil der heutigen Asylbewerber als dauerhafte Einwohner in Bad Karlshafen wohnen bleibt, so dürfte die Bevölkerungszahl von derzeit rund 3500 endlich wieder ansteigen.

Zudem würden mit wachsender Bevölkerung auch die Finanzzuweisungen des Landes wieder steigen. „Das würde uns als Kommune nur gut tun“, sagt Bürgermeister Otto. Die rege Umbau- und Erweiterungstätigkeit in den Immobilien, in denen Gemeinschaftsunterkünfte geschaffen werden, kommt darüber hinaus der heimischen Wirtschaft zugute. „Das wirkt wie ein kleines Konjunkturprogramm“, sagt Kreissprecher Kühlborn. Und ebenfalls nicht zu vergessen sei die Tatsache, dass die monetären staatlichen Hilfen für die Asylbewerber in erster Linie vor Ort wieder ausgegeben werden und damit in den regionalen Wirtschaftskreislauf gelangen.

 

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