Entscheidung soll bis zum Sommer fallen

Kursaal in Bad Karlshafen: Abriss oder Sanierung?

Außenansicht Kursaal in Bad Karlshafen
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Gut 40 Jahre war der Kursaal prägnanter Teil des Karlshafener Kurbezirks. Nun muss das Stadtparlament entscheiden, wie es mit ihm weitergeht.

Sanieren, abreißen, einem Investor anbieten oder stehen lassen? Bis zur Sommerpause 2021 wollen die Bad Karlshafener Stadtverordneten entscheiden, was mit dem Kursaal passiert.

Bis dahin soll ein Konzept erarbeitet sein, welche sinnvolle Nachnutzung sich für die Immobilie anbietet. Das beschloss das Parlament in seiner Sitzung am Dienstagabend im Bürgerhaus Helmarshausen. Der bauliche Zustand des in den 70er-Jahren entstandenen städtischen Kursaals wird seit Jahren immer schlechter.

Einst eine imposante Erscheinung, ist der Kursaal in Bad Karlshafen in die Jahre gekommen. Sanitäranlagen, Küche, die gesamte Haustechnik sowie das Mobiliar weisen einen großen Sanierungsstau auf. Weil zudem das Flachdach in allen Bereichen marode und undicht ist, dringt Wasser durch die Decke ein.

Der Handlungsdruck wird dadurch noch größer. Aufzubringen hätte die Stadt nach derzeitigen Schätzungen rund 1,8 Millionen Euro, um das Gebäude instand zu setzen. Weil der defizitäre Haushalt eine solche Investition jedoch nicht hergibt, schlug Bürgermeister Marcus Ditt-rich vor: „Der städtische Kursaal wird aufgegeben.“

Hatte der Haupt- und Finanzausschuss vergangene Woche diesem Beschlussvorschlag noch zugestimmt, so änderten ihn die Stadtverordneten jetzt ab. „Aufgeben“, das erschien nicht nur Claudia Ziegler, der Fraktionsvorsitzenden der CDU, zu wenig aussagekräftig. Würde das Parlament diesem Wortlaut zustimmen, so würde den Stadtverordneten das weitere Vorgehen aus der Hand genommen. Auch Andrea Löschner (SPD) war „aufgeben“ zu wenig konkret.

Florian Kohlweg (AfD) fragte indes: „Wie kann es sein, dass ein solches Gebäude innerhalb von 45 Jahren so verfällt?“ Die Antwort gab er sich selbst: Es sei jahrzehntelange Misswirtschaft gewesen, die es nicht vermocht habe, das zum Erhalt des Gebäudes notwendige Geld bereitzustellen.

Bürgermeister Dittrich sagte, dem Magistrat sei es darum gegangen, zunächst eine Grundsatzentscheidung herbeiführen zu wollen, wie es mit dem Gebäude weitergehen soll. Deshalb sei nicht von vornherein von „Abriss“ die Rede gewesen. „Wir müssen uns erst mal entscheiden: Wollen wir den Kursaal behalten oder nicht?“

Mit ihrem einstimmig gefassten Beschluss sind die Stadtverordneten damit einverstanden, dass in den nächsten Monaten nach einer sinnvollen Nachnutzung gesucht wird, „in idealer Weise in Zusammenhang mit der benachbarten Kurklinik und der Wesertherme“. Dittrich sagte, dass es bereits Gespräche sowohl mit dem Carolinum als auch mit der Bad Karlshafen GmbH als Betreiberin der Therme gegeben habe. Ebenfalls sei Kontakt zu einem Hotelinvestor aufgenommen worden – allerdings schon vor der Corona-Pandemie.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Stadt nicht zwingend auf den Kursaal als Veranstaltungsraum angewiesen sei. Mit dem Bürgerhaus Helmarshausen, dem Landgrafensaal sowie der alten Turnhalle verfüge Bad Karlshafen über alternative Veranstaltungsräume. (Gerd Henke)

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