Corona kostet Wesertherme Gewinn

Kurzarbeit in Bad Karlshafen GmbH wohl bis Januar

Fahrgastschiff Hessen Liegeplatz Weser
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Die „Hessen“ liegt seit Ende Oktober wieder fest am Weserkai. Das Schiff war in der Saison gut gebucht. Ein Verkauf steht zurzeit nicht mehr zur Debatte.

Die Bad Karlshafen GmbH befindet sich seit 2. November wieder im coronabedingten Lockdown. Bis Ende des Monats ist deswegen Kurzarbeit angeordnet.

Bad Karlshafen - Geschäftsführer Rainer Kowald hat sie für das Personal der Weser-Therme, der Tourist-Info und des Schiffs „Hessen“ angeordnet. Wie Bürgermeister Marcus Dittrich mitteilt, werde dies voraussichtlich auch im Dezember und Januar weitergelten. Der Crew der Hessen sei indes zum Monatsende gekündigt worden. Das Schiff liegt seit 31. Oktober am Weserkai fest, weil die Sommerrundfahrten eingestellt wurden.

Die Mannschaft stehe für Mini-Jobs aber weiter zur Verfügung. Das sei auch in den vergangenen Jahren so gehalten worden. Der Verkauf des Schiffes, der im vergangenen Jahr noch zur Haushaltskonsolidierung diskutiert wurde, ist vorerst kein Thema mehr. „Die Fahrten mit der Hessen sind in der Saison sehr gut angenommen worden“, sagt Dittrich. Nach dem ersten coronabedingten Lockdown seien die Rundfahrten für viele Urlauber und Tagesgäste eine willkommene Abwechslung gewesen.

Dagegen habe „der Betrieb des Hafens 2020 wenig Freude gemacht“, teilte Dittrich den Stadtverordneten mit. Grund seien die Bauarbeiten an der Hafenmauer gewesen. Derzeit finden noch Instandsetzungsarbeiten am Ende des Kanals zur Diemel hin statt. Diese könnten voraussichtlich noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Saison 2021 nicht erst Ostern, sondern bereits im März eröffnet werden kann. Denn da „war das Wetter in den letzten Jahren schon recht schön.“ Sofern die Arbeiten zur Neugestaltung des Hafenumfelds planmäßig verliefen, solle spätestens zu Pfingsten auch die Außengastronomie am Hafen wieder öffnen können.

Nicht einfach verläuft in diesem Jahr das Geschäft der Weser-Therme. Das Bad trifft der zweite Lockdown dieses Jahres empfindlich. Coronabedingt lag nach der Wiedereröffnung am 1. Juli die Besucherauslastung zwischen 60 und 70 Prozent. Seit 2. November ist das Bad wie alle anderen Bäder auch wieder ganz geschlossen. Aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation der Therme findet in diesem Jahr eine Gewinnabführung an die Stadt nicht statt. Und auch die Pachtzahlungen an die Stadt müssen gekürzt werden (wir berichteten). Für das letzte Quartal dieses Jahres habe die GmbH zudem um Stundung der Abschlagszahlung für die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung in Höhe von 45 000 Euro gebeten, teilte Dittrich mit. Dennoch solle zum Jahresende den Badegästen das „Thermen-Bonbon“ (10 Karten bezahlen, 12 erhalten) wieder offeriert werden. Das Kaufen der Karten sei online möglich.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Stadt von der Bäderzuweisung des Landes für 2020 bis 2022 um die 100 000 Euro pro Jahr erhält. (Gerd Henke)

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