Landkreis informierte über Flüchtlingsunterkünfte in Bad Karlshafen

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Kümmern sich für den Landkreis um die Asylbewerber: Hans-Joachim Ullrich, Jörg Roßberg sowie die Betreuer in den Bad Karlshafener Unterkünften Hildegard Gunkel-Becker und Reza Danesh Sararoodi.

Helmarshausen/Bad Karlshafen. Die ersten Flüchtlinge in Bad Karlshafen sind offensichtlich gut angekommen:

„Es sind alles liebe, herzliche Menschen, die Arbeit mit ihnen macht viel Spaß“, schilderte Hildegard Gunkel-Becker, Leiterin der Unterkunft, ihren Eindruck aus den ersten Tagen. In der Bürgerversammlung im Bürgerhaus Helmarshausen bestätigten dies auch Nachbarn und Bewohner der Unterkunft, die von freundlichen ersten Begegnungen berichteten.

Im ehemaligen Hotel Schöneck habe sich schnell eine gute Willkommenskultur entwickelt - zunächst durch den Helferkreis, später wurde die Ankunft von neuen Bewohnern durch die Flüchtlinge selbst vorbereitet. „Nach der Starthilfe durch uns und die Helfer läuft vieles bereits selbstständig“, berichtete Gunkel-Becker, die gemeinsam mit Reza Danesh Sararoodi als Ansprechpartner für die Asylsuchenden, Helfer und Bürger täglich vor Ort ist. Es gab Einweisungen in alltägliche Dinge, Stadtführungen zu Rathaus und Einkaufsmöglichkeiten, eine Hausordnung wurde gemeinsam erarbeitet, die Einfahrt hergerichtet und mit den Helfern Apfelbrei gekocht.

Zwölf Kinder

Unter den 39 Bewohnern sind zwei Neugeborene und zehn Kinder, eine Tafel ermöglicht ersten Unterricht. In Schule oder Kindergarten dürfen die Flüchtlinge erst nach einer Untersuchung durch das Gesundheitsamt. „Ich ermuntere Sie, vorbeizukommen - die Tür steht immer offen“, lud Gunkel-Becker die Bürger ein.

Derzeit renoviert

Die zweite Gemeinschaftsunterkunft in Bad Karlshafen, die ehemalige Jugendherberge, wird derzeit renoviert. Sie ist für 70 Menschen vorgesehen. In der Bürgerversammlung äußerten Anwohner des Objektes, das sich am Rande des Wohngebietes Gartenstadt am Wald befindet, Bedenken. Jörg Roßberg, Leiter des Fachbereiches Soziales beim Landkreis und Hans-Joachim Ullrich, zuständig für die Verteilung der Flüchtlinge, erläuterten ausführlich das Betreuungskonzept des Landkreises. Für 50 Personen stehe ein hauptamtlicher professioneller Betreuer zur Verfügung - ein Personalschlüssel, der angesichts der derzeitigen Flüchtlingswelle seinesgleichen suche. Aus der Belegung von fast 20 Gemeinschaftsunterkünften habe man viel darüber gelernt, wie sich durch die Mischung der Menschen Konflikte im Vorfeld vermeiden ließen. Durch die Nähe der Betreuer würden Konflikte und eine gefährliche Gruppendynamik zudem früh erkannt, die entsprechenden Personen dann sofort getrennt und in andere Unterkünfte aufgeteilt. Nicht zuletzt verwiesen die Verantwortlichen auf eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei, die jedoch bisher im Landkreis kaum eingreifen musste. (zlö)

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