Kinderbetreuung in Bad Karlshafen

Mangel an Kita-Plätzen: Ascleon Care will helfen

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Könnte Kita-Problem der Stadt lösen: Ascleon Care will realistische Zahlen, um mit der Planung für die Betreuung in der früheren Kreisklinik zu beginnen.

Bad Karlshafen. In Bad Karlshafen gibt es zu wenig Kindergartenplätze. Für 2017/18 fehlen nach Berechnungen des Kirchspiels, das die Kitas in Karlshafen und Helmarshausen betreibt, mindestens 26 Plätze.

Aufgrund eines Auftrages der Stadtverordneten vom Dezember hat die Verwaltung vor einigen Tagen vier Varianten vorgelegt, um neue Plätze zu schaffen. Neben dem Ausbau der Zehntscheune in Helmarshausen kommen danach der Neubau auf einem städtischen Grundstück sowie ein Anbau am Kindergarten Arche Noah und ein Neubau auf diesem Gelände in Betracht. Bürgermeister Ullrich Otto favorisiert dabei die beiden Varianten auf dem Grundstück der Arche Noah. Bei Gesamtkosten von 230.000 bis 270.000 Euro würde sich der Eigenanteil der Stadt zwischen 80.000 und 120.000 Euro bewegen.

Seit einigen Tagen ist auch eine externe Lösung im Gespräch. Auf Initiative der SPD und der von ihr unterstützten Bürgermeisterkandidatin Petra Werner erörterten Bürgermeister Otto und die Fraktionsvorsitzende eine mögliche Beteiligung des Kasseler Pflegedienstleisters Ascleon Care. Das Unternehmen betreibt seit einigen Monaten eine Tagespflegeeinrichtung in der Ex-Kreisklinik Helmarshausen. In dem Schlösschen könne man sich die Einrichtung eines Kindergartens vorstellen, sagte gestern Geschäftsführer Christoph Jaworski im Gespräch mit der HNA. „Wir sehen hier das Potenzial, auch für die Kinder unserer Mitarbeiter Plätze anbieten zu können“, betonte Jaworski. Das sei für sein Unternehmen schon lange ein Thema. „Zunächst brauchen wir aber von der Stadt genaue Zahlen, wie sich der Bedarf in Karlshafen und Helmarshausen in den nächsten Jahren entwickeln wird“, sagte der Geschäftsführer. Am Freitag seien die von der Stadt präsentierten Fakten noch sehr unkonkret gewesen. 

Kreis wies auf Bedarf hin

Die Stadt Bad Karlshafen hat ein Problem mit der Betreuung von Kindern. Nicht nur, dass sie aktuell nicht genug Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten bereitstellen kann, sie hinkt auch bei der Inanspruchnahme von Kita-Plätzen dem kreisweiten Durchschnitt weit hinterher.

Im Landkreis Kassel besetzen 35 Prozent der Ein- bis Zweijährigen einen Platz im Kindergarten - in Bad Karlshafen sind es nur magere 16 Prozent. Zum Vergleich: Reinhardshagen komme in dieser Altersgruppe sogar auf eine Quote von 54 Prozent, sagt Landkreispressesprecher Harald Kühlborn.

Ähnlich das Bild bei den Zwei- und Dreijährigen. Während kreisweit 62 Prozent dieser Alterkohorte in Kindergärten betreut werden, sind es in Bad Karlshafen nur 25 Prozent. „Wir haben die Stadt mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass hier Handlungsbedarf besteht“, sagt Kühlborn. Aber passiert sei offensichtlich wenig. Insgesamt kann die Stadt derzeit 122 Kita-Plätze anbieten. Würden alle Eltern den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz einlösen, dann könnte die Stadt den Bedarf überhaupt nicht mehr decken.

In den vergangenen Jahren sprang Trendelburg den nördlichen Nachbar bei und stellte insgesamt acht Plätze in den eigenen Kindergärten für Bad Karlshafen zur Verfügung. Aber weil das Transportproblem kein kleines ist, wird diese Möglichkeit zurzeit nur von einem Kind wahrgenommen.

Die beiden Kindergärten in Karlshafen und Helmarshausen werden vom evanglischen Kirchspiel betrieben, den Löwenanteil der Kosten trägt allerdings die Stadt. Pfarrer Daniel Fricke möchte, dass die Stadtverwaltung die Anmeldezahlen mit den Zahlen des Einwohnermeldeamtes abgleicht, um zu realistischen Bedarfszahlen zu kommen. Zudem sollen in den nächsten Tagen alle Eltern angeschrieben werden, die sich bisher noch nicht gemeldet haben.

Realistische Zahlen von der Stadt möchte auch Ascleon Care haben, bevor das Unternehmen in konkrete Planungen einsteigt. Geschäftsführer Christoph Jaworski hält die Einrichtung einer Kita auf der 500 Quadratmeter großen Fläche im Schlösschen in Helmarshausen durchaus für machbar. Doch wenn es dazu kommen sollte, „dann ist unsere Tendenz, dass wir das als Betreiber selber machen und das Gebäude nicht an Dritte vermieten“. Zu diesem Zwecke werde sein Unternehmen eine Beratungsgesellschaft hinzuziehen.

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