Marcus Dittrich ist Bürgermeisterkandidat für Bad Karlshafen

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Bodenständiger und ortsverbundener Wissenschaftler und Politiker: Marcus Dittrich (36), hier mit seinem Appenzeller Sennenhund Wido vor der Krukenburg, will Bürgermeister in seiner Heimatstadt Bad Karlshafen werden.

Bad Karlshafen. Sein Haus am Mittelberg in Helmarshausen, in das er kürzlich mit Frau und Kindern eingezogen ist, ist fast fertig, teilweise aber noch Baustelle mit Türdurchbrüchen und Baumaterial.

„Das ist alles noch in Arbeit“, meint Marcus Dittrich, der zwar Politik- und Verwaltungswissenschaften studiert hat, aber zugleich ein Praktiker ist, der mit den Händen arbeiten kann.

Eine Baustelle mit großer Vergangenheit und viel Potenzial für die Zukunft ist für ihn auch die Stadt Bad Karlshafen. Schon in der Schulzeit absolvierte er ein Praktikum im Rathaus und die Vorgänge in einer Verwaltung faszinierten ihn so, dass er das schließlich studierte und als Abschlussarbeit ein Buch über das Regierungspräsidium Kassel schrieb, bevor er nach einem weiteren Studium in Speyer zur Uni Kassel wechselte.

„Kommunale Selbstverwaltung ist so spannend, weil man da selbst was in die Hand nehmen und gestalten kann“, beschreibt er den Anreiz, warum er sich für die FWG in die Stadtverordnetenversammlung wählen ließ. Aus demselben Grund tritt er nun als unabhängiger Kandidat, aber unterstützt von FWG und CDU, für das Bürgermeisteramt an - und rätselt bis heute, warum die SPD nicht für einen gemeinsamen Kandidaten mitzog.

Es gebe in den Verwaltungen viele Juristen und andere Spezialisten, aber nur wenige, die das Ganze im Blick hätten, um es effektiver und auch bürgernäher zu gestalten. Ein Beispiel sei das Behördendeutsch, das abschreckt. Da würde Dittrich die amtlichen Bekanntmachungen so formulieren, dass sie auch von Normalbürgern verstanden werden.

Was ihn an seiner Heimat reizt? „Ich hätte auch in Speyer bleiben und meinen Doktor machen können, aber ich wollte hier aktiv werden, ich habe hier Freunde und Vereine und die Landschaft ist reizvoll“, erzählt Dittrich, während er seinen sechsjährigen Hund Wido streichelt.

Bei neuen Zielen für die Stadt blickt er über die Hafenöffnung hinaus, bei der es nicht bleiben dürfe. Das Leerstandskataster und die Entwicklungskonzepte müssten endlich aus den Schubladen heraus. Um Kunden und Besucher von auswärts anzuziehen, habe er schon Gespräche geführt, um beispielsweise City outlets von Markenfirmen in den leeren Läden anzusiedeln. In die Innenstadt müsse wieder ein Lebensmittelladen etwa nach dem Vorbild des Bürgerladens in Gieselwerder. Wegen des ausgedünnten Taxi- und Nahverkehrsangebots wünscht er sich einen Bürgerbus beispielsweise mit Unterstützung des Bürgervereins. Großveranstaltungen wie Marktschreiertage und Hugenottenfest seien weiter nötig, müssten aber aufgepeppt werden, etwa mit einer schwimmenden Bühne im Hafen.

Um die Finanzen zu sanieren, müsse man eine Kooperation mit Nachbarstädten (auch über die Landesgrenzen hinweg) prüfen. Dittrich: „Vor allem aber dürfen wir die Bürger nicht aus dem Blick verlieren.“ 

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