Mehr Strom aus der Diemel

Das Diemelwehr, 800 Meter oberhalb des Wasserkraftwerkes: Hier wird das Wasser für den Mühlengraben, der Kraftwerk und Hafen versorgt, abgezweigt. Fotos:  Löschner

Bad Karlshafen. Am Diemelwehr in Bad Karlshafen in direkter Nähe der Firma Krebs und Riedel könnte demnächst Strom aus Wasserkraft erzeugt werden.

Die Ernst Malzfeldt KG, Betreiberin des Wasserkraftwerkes an der Karlshafener Diemelbrücke, möchte dazu an dem Wehr eine Wasserschnecke bauen.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens stellte Dr. Wolfram Malzfeldt das Projekt nun Vertretern des Regierungspräsidiums als Genehmigungsbehörde, dem Wasserverband Diemel, der Fischereigenossenschaft sowie dem örtlichen Anglerverein und der Stadt vor. Dabei stießen die Planungen auf breite Zustimmung.

Wolfram Malzfeldt und Mitarbeiter des mit der Planung der Wasserschnecke beauftragten Ingenieurbüros erläuterten die Vorteile des Vorhabens: Zunächst könnte mit der Schnecke am Wehr und der Fallhöhe von 1,7 Metern regenerativer Strom für weitere 40 Haushalte erzeugt und damit jährliche Kohlendioxydemissionen in Höhe von 90 000 Kilogramm eingespart werden. Zudem muss das Diemelwehr eine Restwassermenge von 1,4 Kubikmetern pro Sekunde in den ursprünglichen Diemellauf abgeben, was oft nur schwer zu realisieren ist und zu häufigem Niedrigwasser führt. Mit der Schnecke, so die Experten, sei die Restwasserabgabe zuverlässig steuerbar.

Der Eingriff in die Landschaft am Wehr soll durch die Bauweise gering gehalten werden. „Wir beabsichtigen, die Wasserkraftschnecke Ende September 2015 in Betrieb zu nehmen“, sagte Wolfram Malzfeldt. Die Investition veranschlagt er mit etwa 200.000 Euro.

Ein wichtiges Thema an Staustufen und Kraftwerken ist die Durchlässigkeit für Wasserlebewesen. Bereits 2011 errichtete die Firma Malzfeldt am Diemelkraftwerk eine aufwendige Fischtreppe. Dass diese tatsächlich funktioniert, bestätigten nun die Bad Karlshafener Angler: „Wir haben im Mühlengraben Brassen und Barben gefangen, die es dort vorher nicht gab“, sagten Peter Bolze und Hans Spilcker vom Sportfischereiverein Bad Karlshafen.

Angler sehen es positiv 

Der Wasserschnecke stehen die Angler positiv gegenüber, da der gleichmäßige Wasserstand im alten Diemellauf gut für den Fischbestand sei. Von Seiten des Regierungspräsidiums wird die Schnecke als vergleichsweise fischfreundliche Technik gesehen, da sie den weitgehend gefahrlosen Abstieg von Fischen ermögliche. Der Standort als „Tor in das Diemelsystem“ sei allerdings so wichtig, dass hier zukünftig eine zweite Aufstiegsanlage nötig sein könnte, erklärte Herbert Welteke vom RP.

Für die Stadt Bad Karlshafen möchte Detlev Schminke vom Bauamt vor allem sicherstellen, dass im Falle einer Hafenöffnung genug Wasser für Schleusungen in die Weser im Mühlengraben ist.

Von Markus Löschner

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