Nährstoffgehalt im Wasser fördert Algenwuchs

Mit Wasserpflanzen gegen den Algenteppich im Bad Karlshafener Hafenbecken

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So soll es dieses Jahr nicht aussehen: In Bad Karlshafen arbeitet man daran, einen Algenteppich wie im Sommer 2019 zu verhindern.

Ein Algenteppich im Hafen von Bad Karlshafen wie im vergangenen Jahr soll 2020 verhindert werden. Fachleute arbeiten an einer Lösung.

Wir haben einige Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.

Was ist der Hintergrund der Maßnahmen?

Im vergangenen Jahr hatte ein plötzliches Algenwachstum im Sommer den Hafenbetrieb im wieder an die Weser angebundenen Hafen in Bad Karlshafen eingeschränkt. Um in diesem Jahr einem solchen starken Algenwachstum vorzubeugen, hatte die Stadt Bad Karlshafen gemeinsam mit der Hessischen Schlösserverwaltung das Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität in Frankfurt/Main mit einer Analyse der Gewässersituation beauftragt. Nun liegen erste Untersuchungsergebnisse vor, wie Bürgermeister Marcus Dittrich mitteilt.

Was haben die Forscher herausgefunden?

Durch die Frankfurter Forscher seien, soweit in der Corona-Pandemie möglich, erste Untersuchungen der Gewässersituation vorgenommen worden. Ergebnis: Das Wasser im Hafenbecken habe einen hohen Nährstoffgehalt, der das Algenwachstum fördere. Außerdem habe man festgestellt, dass die Nährstoffe über den Zufluss (Diemel/Mühlgraben) in den Hafen gelangen.

Warum wurde der Wasserstand abgesenkt?

Zur Einrichtung der Baustelle zur Sanierung der Hafenmauer im Bereich der Schwaneninsel war im März der Wasserstand im Hafen reduziert worden. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, zu Beginn der Saison an Ostern den Hafen wieder zu fluten. Um einen weiteren Nährstoffeintrag zu verhindern, habe man auf Empfehlung der Experten zunächst auf die Anhebung des Wasserstandes im Hafenbecken verzichtet, heißt es von der Stadt weiter. Man wolle parallel Möglichkeiten prüfen, wie der Nährstoffgehalt beziehungsweise die Zufuhr von Nährstoffen kurzfristig gesenkt werden könne.

Gibt es schon Lösungsansätze?

Man habe die Ansiedlung von Wasserpflanzen im Bereich des Landgraf-Carl-Kanals entlang der Conradistraße/Invalidenstraße vorgesehen. Nach dem Prinzip einer biologischen Kläranlage sollen damit dem zulaufenden Wasser die Nährstoffe entzogen werden. Die dafür notwendigen Schritte seien von der Stadt in Absprache mit der Uni Frankfurt und der Schlösserverwaltung sowie der Bad Karlshafen GmbH als Betreiber des Hafens in die Wege geleitet worden.

Wann ist mit einem regulären Betrieb des Hafens zu rechnen?

„Ziel ist es, das Frühjahr und die derzeitige Situation durch den abgesenkten Wasserstand sowie die touristischen Einschränkungen der Corona-Pandemie zu nutzen, um im Sommer wieder einen regulären Hafenbetrieb zu ermöglichen“, erklärt Bürgermeister Marcus Dittrich.

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