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Neubau der Weserbrücke im nächsten Jahr: Kreis will sinnvollste Lösung

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Ende absehbar: 63 Jahre nach dem Neubau sind die Schäden an der Weserbrücke so stark, dass ein Neubau sinnvoller ist als eine Sanierung. Sie ist zwar kein Sicherheitsrisiko, würde aber "keine 20 Jahre mehr halten", wie es beim Landkreis heißt © Thiele

Bad Karlshafen. Jetzt ist es entschieden: Die Weserbrücke in Bad Karlshafen wird nicht saniert, sondern abgebrochen und an der selben Stelle neu errichtet. Dafür soll die neue Fahrbahn zunächst neben der alten Brücke errichtet und nach dem Abbruch der alten Brücke an derselben Stelle verschoben werden.

Vorteil: Die alte Brücke kann bis zum letzten Moment weiter genutzt werden und es wird zum Anschluss der neuen Brücke nur eine relativ kurze Vollsperrung von zwei bis drei Wochen nötig werden. 

Diese Entscheidung des Kreisausschusses stellten Landrat Uwe Schmidt, Uwe Koch vom Sonderfachdienst Verkehr des Kreises und die Teamleiterin Kreisstraßen bei Hessen Mobil, Susanne Rost, gestern mit Bürgermeister Ullrich Otto vor. Mit über sieben Millionen Euro wird der Neubau im Jahr 2015 oder 2016 das auf absehbare Zeit größte und komplizierteste Brückenbauprojekt des Kreises. Dabei hofft er auf einen 70-prozentigen Zuschuss des Landes. Ohne den ist das Projekt nicht zu schultern, sagt der Landrat.

Der neue Unterbau mit den Pfeilern wird zwar 150.000 Euro teurer als eine Sanierung, doch die Vorteile überwiegen, hieß es weiter. Bei der Untersuchung der alten Pfeiler wurde eine Holzpfahlgründung entdeckt, deren Zustand nicht wirklich bekannt ist. Außerdem wurden weitere alte Gründungen entdeckt, wo man keine vermutet hatte.

"Die Unwägbarkeiten sind sehr groß. Deshalb setzen wir auf einen Neubau nach den neuesten technischen Erkenntnissen. Dann müssen wir nicht nach kurzer Zeit wieder nachbessern", sagte Schmidt. Als Negativbeispiel wurde die Brücke zwischen Beverungen und Lauenförde genannt, wo kaum fünf Jahre nach der Sanierung die Tonnage für den Schwerlastverkehr begrenzt werden musste.

Die Verschiebung der Brücke wird sogar 580 000 Euro günstiger als der Bau einer Behelfsbrücke während der Bauarbeiten. Das Bauverfahren sei auch erfolgreich beim Neubau der sechsspurigen Hafenbrücke über die Fulda in Kassel genutzt worden.

Alternative Standorte für Behelfsbrücken wurden verworfen. Bei der Kläranlage hätte man westfälisches Gebiet berührt und eine Linksabbiegespur auf der B 80 bauen müssen, an der Schlagd beispielsweise wäre eine hohe Rampe nötig gewesen und die Wendestelle der Schiffe wäre blockiert. Ursprünglich war sogar daran gedacht, bei der Kläranlage dauerhaft eine neue Brücke zu bauen und die alte nur noch für Fußgänger freizugeben.

Während der zweiwöchigen Umbauphase soll es eine Umleitung über Winnefelder Straße und Forellenhof geben, für Fußgänger könnte eine Fähre eingerichtet werden. Auf jeden Fall, sagte Ullrich Otto auch wegen der Einkaufsmärkte am rechten Ufer, sei die Weserbrücke lebenswichtig für die Stadt.

Von Thomas Thiele

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