Blick in die Gemeinschaftsunterkunft

14 neue Flüchtlinge in Karlshafener Unterkunft angekommen

+
Wollen in Deutschland bleiben. Die Brüder Amer und Mohamed Al Kahabbaz (von links) aus Syrien sind dankbar, in Karlshafen ein vorläufig neues Zuhause gefunden zu haben.

Bad Karlshafen. Am Freitag sind 14 neue Flüchtlinge in der Karlshafener Unterkunft angekommen. Wir haben mal einen Blick die Gemeinschaftsunterkunft geworfen:

Kinderlachen schallt durch den Hausflur. Es riecht nach Essen mit fremdländischen Gewürzen.In einer Ecke sitzen zwei Brüder aus Syrien, die einem mit einer freundlichen Geste signalisieren, näherzukommen. Lebendig geht es inzwischen in Haus Schöneck in Bad Karlshafen zu, wo der Landkreis Kassel eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet hat. Da diese Woche abermals 14 Menschen dort eingezogen sind, ist das ehemalige Hotel so gut wie voll.

Aus Syrien, Algerien, Somalia und Afghanistan stammen die Neuankömmlinge. Dazu zählen auch die beiden Brüder Mohammed und Amer Al Khabbaz, die überaus froh sind, erstmal aus den Massenunterkünften in Gießen und Kassel raus zu sein. „Dort war es sehr schlimm, aber nicht vergleichbar mit den Zuständen in Ungarn, wo die Polizei sehr brutal durchgreift“, erklärt der 26-jährige Mohammed die Erlebnisse von ihrer Flucht. Dass es für sie in Syrien nie wieder eine Zukunft gibt, davon sind die beiden überzeugt: „Wir wollen unbedingt in Deutschland bleiben - allerdings sind wir nicht hier, um Urlaub zu machen, sondern wir wollen arbeiten.“

Alltag ist langweilig

Natürlich ist der derzeitige Alltag den jungen Syrern recht langweilig, wie sie sagen. Internet und Fernsehen würden sie sich sehr wünschen im Haus, um etwas Ablenkung zu haben. Ansonsten sucht der jüngere Bruder Amer eine Fußballverein, „da dies einfach seine Leidenschaft sei“, berichtet der 16-Jährige. Viel Schlimmes hat auch ein weitere Landmann der beiden erlebt.

Fared Al Deks büffelt fleißig Deutsch: Der Syrer will gerne in Deutschland bleiben.

 „Ich habe nicht nur mein Haus verloren, sondern auch noch zwei meiner Töchter“, berichtet Fared Al Deks und zeigt grauenvolle Aufnahmen seines einstigen Zuhauses. Da die Reise nach Deutschland extrem kostspielig ist, er allein 2000 Dollar für die Überführung mit dem Boot zahlen musste, blieben Frau und vier seiner weiteren Kinder zurück in der Türkei. Natürlich möchte der 43-Jährige seine Familie zu sich nach Deutschland holen, doch dafür fehlt bisher das Geld.

Heimat ist zu gefährlich

Bedenken, ob er tatsächlich in Deutschland bleiben darf, hat der 27-jährige Algerier Reda Guittout. „In meiner Heimat ist es zu gefährlich für mich, dort könnte ich sogar ermordet werden“, berichtet er. Auch er hat seine gesamten Ersparnisse in die Flucht gesteckt und wünscht sich nun sehr, hier bleiben zu dürfen.

Grundsätzlich verstehen sich die vielen Nationalitäten im Haus gut. Mit den Ehrenamtlichen wird die Gegend erkundet und Hausleiterin Hildegard Gunkel-Becker hat stets ein Auge auf Ordnung und Sauberkeit in dem Gebäude. „Alle helfen mit, damit es hier ordentlich aussieht.“ Vier Betten sind in Haus Schöneck noch nicht besetzt, ein Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer.

Lesen Sie dazu auch:

Am Mittwoch kommen weitere 21 Flüchtlinge in Bad Karlshafen an

Landkreis informierte über Flüchtlingsunterkünfte in Bad Karlshafen

Karlshafen: Flüchtlinge nun im Haus Schöneck

Unter diesem Artikel werden nur Kommentare freigeschaltet, die sich ausschließlich mit dem im Text behandelten Aspekt des Flüchtlingsthemas auseinandersetzen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.