Neue Wasserkraftanlage in Bad Karlshafen

Erzeugt ab sofort Strom für 40 Haushalte und spart fast 100 000 kg CO2 pro Jahr ein: die Wasserkraftschnecke am Karlshafener Diemelwehr, hier mit Gästen bei der Inbetriebnahme. Foto: Löschner

Bad Karlshafen. Nach gut zweimonatiger Bauzeit ist die Wasserkraftschnecke am Bad Karlshafener Diemelwehr nun in Betrieb.

Mit einer dauerhaft gleichmäßigen Leistung von 18 Kilowattstunden versorgt sie etwa 40 Haushalte mit Strom, dazu nutzt sie die 1,7 Meter Höhenunterschied am Wehr.

Die Ernst Malzfeldt KG, die das Karlshafener Wasserkraftwerk betreibt, investierte einen sechsstelligen Betrag. „Wenn wir nichts gegen den globalen Temperaturanstieg tun, wird es auch die Natur so wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben“, sagte Dr. Wolfram Malzfeldt anlässlich der Inbetriebnahme der Wasserkraftschnecke vor geladenen Gästen, darunter Vertreter des Regierungspräsidiums, der Stadt Bad Karlshafen und der Sportfischerei. „Unsere neue Wasserkraftschnecke wird ihren Beitrag zur Energieerzeugung und zum Klimaschutz leisten indem sie den Ausstoß von jährlich fast 100 000 Kilogramm Kohlendioxyd verhindert.“

Neben der Stromerzeugung und dem Klimaschutz erfüllt die Schnecke noch weitere wichtige Anforderungen: „Wir sind dazu verpflichtet, am Wehr 1 400 Liter Wasser pro Sekunde in das Diemel-Mutterbett abzugeben“, erklärte Malzfeldt. Das habe sich in der Vergangenheit als schwierig erwiesen - durch die Schnecke sei diese Menge nun zuverlässig kontrollierbar. Außerdem ermöglicht die Schnecke Fischen den Abstieg in den ursprünglichen Diemellauf und trägt so mit der Fischtreppe am Wasserkraftwerk zur gesetzlich geforderten Durchlässigkeit des Flusses bei.

Zum Schutz der Fische wurde die Schnecke mit einem großen Durchmesser (2,2 Meter) konstruiert, der eine niedrige Drehzahl von 25 Umdrehungen pro Minute erlaubt. Das Projekt, so Malzfeldt, gehe auf einen Vorschlag des Bad Karlshafener Angelsportvereins zurück. Weitere Wasserkraftschnecken in der Region gibt es in Hann. Münden und Warburg. Ende Oktober war die zwölf Tonnen schwere Wasserkraftschnecke mit einem Autokran über die Diemel hinweg zentimetergenau in den zuvor mit Betonwänden ausgebauten Kanal gehoben worden.

Nun stehen noch Restarbeiten an - beispielsweise soll im Frühjahr der Kontrollraum, der hochwassersicher über der Schnecke aufgebaut ist, grün gestrichen und der Außenbereich bepflanzt werden. Wolfram Malzfeldt sprach den beteiligten Firmen, darunter zwei Bad Karlshafener Unternehmen, sowie dem Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus. (zlö)

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