Fünf Bauwerke fertig – Bald beginnt Streckenbau

Ortsumgehung Bad Karlshafen: Über sieben Brücken wird es gehen

An den Pfeilern der Knickgrabenbrücke werden derzeit die Träger für das Betonieren des Überbaus montiert.
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Schwergewichte: An den Pfeilern der Knickgrabenbrücke werden derzeit die Träger für das Betonieren des Überbaus montiert. Sie wird dieses Jahr fertig.

Die Ortsumgehung Bad Karlshafen liegt voll im Zeitplan: Von den sieben Brückenbauwerken zwischen Deisel und Herstelle sind bereits fünf fertig.

Bad Karlshafen - Die letzten beiden Brücken sollen noch in diesem Jahr fertig werden. Dann beginnt der eigentliche Straßenbau.

Von der B 83 bei Wülmersen aus konnten Autofahrer lange Zeit nur zwei Erddämme sehen. Jetzt hat sich viel getan: An der 140 Meter langen Knickgrabenbrücke, dem südlichsten Bauwerk (Nummer 1) wird gerade das Traggerüst für die Schalung des Überbaus errichtet, nachdem alle Pfeiler und ein Widerlager fertiggestellt sind, berichten Hessen Mobil-Sachgebietsleiter Marco Lingemann und Bauleiter Stefan Nolte. Auf das Gerüst wird die Schalung verlegt, die Bewehrung eingebaut und der Überbau betoniert. Er erfolgt in zwei Abschnitten, der erste wird voraussichtlich im Frühsommer betoniert.

Kurz vorm anderen Baustellenende, am größten Bauwerk der Ortsumgehung, der 180 Meter langen Ilksbachstalbrücke zwischen Hasselhof und Herstelle, wurde kürzlich in einem 20-stündigen Dauereinsatz der letzte Teil des Überbaus betoniert. Ab 4.30 Uhr wurden mit drei Betonpumpen 1300 Kubikmeter Beton in die Schalungselemente eingebaut. Dazu waren 30 Bauspezialisten im Schichtbetrieb rund 20 Stunden im Dauereinsatz. Nolte: „Die Arbeiten verliefen reibungslos, kurz nach Mitternacht wurden die Arbeiten abgeschlossen.“

In der vergangenen Woche wurde das aufwendige Traggerüst dafür wieder abgebaut. Ab Juni werden die Brückenkappen (Randstreifen) abschnittsweise hergestellt. Lingemann: „Wenn alles klappt, rechnen wir mit der Fertigstellung der Brücke einschließlich Rest- und Rückbauarbeiten bis zum Herbst.“ Zum Schluss werden auf der gesamten Länge beidseitig zwei Meter hohe Irritationsschutzwände für Fledermäuse eingebaut, die auch dem Lärmschutz dienen. Das größte Bauwerk der Ortsumgehung kostet rund 7,15 Millionen Euro plus 350 000 Euro für die Schutzwände.

Von den sieben Brücken befinden sich fünf auf hessischer Seite und zwei in Nordrhein-Westfalen. Während die genannten großen Talbrücken „Knickgraben“ (Bauwerk BW 1) und „Ilksbachtal“ (BW 6) im Bau sind, sind die anderen fünf (BW 2 bis 5 und 7) bereits fertig. Mit dem Streckenbau soll ab Sommer begonnenen werden. Die Fertigstellung der länderübergreifenden Ortsumgehung ist für Ende 2022 geplant. Lingemann: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Baufortschritt. Alles verläuft bisher ohne nennenswerte Probleme.“

Über die neue Brücke, die die K 72 nach Langenthal über die Ortsumgehung führt, rollt bereits seit Ende des vergangenen Jahres der Verkehr. Die provisorische Umfahrung wurde zurückgebaut. Jetzt erfolgen noch abschließende Arbeiten im Erdbau sowie für die Pflasterung der Böschung im Bereich der Brücke.

Bei archäologischen Untersuchungen vor dem Bau dieser Brücke konnten in einem Suchschnitt zwar Spuren menschlicher Eingriffe entdeckt werden, jedoch keine Überreste der mittelalterlichen Landwehr, die hier verlief. Das Gebiet für die weiteren archäologischen Untersuchungen zur Landwehr befindet sich im Bereich der jetzigen K 73 nach Herstelle. Um zusätzliche Verkehrsbeeinträchtigungen zu vermeiden, wird mit den Untersuchungen dann begonnen, wenn die Kreisstraße im Zuges des Streckenbaus ohnehin gesperrt werden muss, erläutert Marco Lingemann. (Thomas Thiele)

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