Protest gegen Fällung von Bäumen in Bad Karlshafen

Achtung der Bäume als lebende Organismen: Dafür setzt sich die Gruppe der Baumschützer ein.

Bad Karlshafen. Bürger aus Bad Karlshafen haben mit einer kreativen Aktion gegen die Abholzung im Stadtgebiet protestiert.

Für viele ist es ein Bild des Jammers: die gefällten Bäume am Triftweg in Bad Karlshafen, die Abholzung im kleinen Park gegenüber dem Krankenhaus Helmarshausen und die gerodeten Hecken und Büsche an anderen Stellen des Stadtgebietes.

Am Triftweg in Bad Karlshafen wurden mehrere große gesunde Birken gefällt: Die Aktion zur Rettung der Bäume steckte auch hier Zweige der Bäume in die Erde und versah sie mit Spruchbändern. Fotos:  Löschner

Mit einer besonderen Aktion hat eine Gruppe von zehn Frauen und Männern Stellung gegen die Beseitigung des Stadtgrüns bezogen. Sie haben Zweige der gefällten Gehölze genommen, senkrecht in die Erde gesteckt und mit Spruchbändern versehen. Darauf machen sie auch auf die Bedeutung von Bäumen im Lebensraum Stadt aufmerksam.

Vielleicht schlägt der ein oder andere Zweig ja in den nächsten Wochen wieder aus. Doch wichtiger sei, „dass wir in den Köpfen der Menschen was anpflanzen“, sagt Marita Kahr, eine der Initiatorinnen der Aktion. So plädiert die Gruppe für „Ehrfurcht“ gegenüber den Bäumen oder appelliert an unser Mitgefühl: „Sie können sich nicht wehren.“

Was in den vergangenen Wochen in Bad Karlshafen passiert ist, empfindet Marita Kahr als „Radikalschlag, ohne Emfinden für Menschen und Bäume“. Dass dies viele Bürger der Stadt so sehen, entnimmt die Gruppe den zahlreichen Zustimmungen, die sie erfahren hat. „Wir sind von vielen Menschen angesprochen worden, die sich ebenso wie wir empört haben über die teilweise absolut unsinnigen Baumfällungen“, sagt Kahr. Als ein Bespiel für diese „absolute Unsinnigkeit“ sieht sie die Rodungen in dem kleinen Park gegenüber dem Krankenhaus Helmarshausen aus. „Die Büsche und Bäume dort haben niemanden gestört.“ Völlig unverständlich sei auch, dass die Schatten spendenden Bäume am Diemeldeich entfernt worden seien.

Die Gruppe sei ein Sprachrohr für viele Menschen in Bad Karlshafen, so Kahr. Es sei erschreckend wie groß der Verlust für die Stadt sei.

Bürgermeistter Ullrich Otto hatte die Baumfällung und Heckenrodung angeordnete, weil der städtische Bauhof nicht mehr in der Lage ist, die Pflege zu gewährleisten. Die unter dem Rettungsschirm des Landes stehende hochverschuldete Stadt ist zum Sparen gezwungen. Sie musste sich verpflichten, spätestens bis zum Jahr 2020 ihr Haushaltsdefizit auszugleichen.

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