Fisch-Skelette am Weserufer

Protest mit Eisenfiguren-Installation in Bad Karlshafen gegen Weser-Versalzung

Eiserne Skelette: Bad Karlshafens Bürgermeister Marcus Dittrich (rechts) war der Erste, der die Fisch-Skulpturen-Ausstellung von Ingolf Sachse auf einem Bootsanleger besuchte. Er zeigte Interesse, dass einige der Kunstwerke im Stadtgebiet aufgestellt werden.
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Eiserne Skelette: Bad Karlshafens Bürgermeister Marcus Dittrich (rechts) war der Erste, der die Fisch-Skulpturen-Ausstellung von Ingolf Sachse auf einem Bootsanleger besuchte. Er zeigte Interesse, dass einige der Kunstwerke im Stadtgebiet aufgestellt werden.

Die Sorge um die Qualität des Weserwassers und der in dem Fluss lebenden Pflanzen und Tiere treibt Ingolf Sachse um.

Bad Karlshafen - „Der Fluss ist noch immer weit entfernt von dem „guten ökologischen Zustand“, den er laut EU Wasserrahmenrichtlinie längst aufweisen müsste“, sagt Sachse.

Mikroorganismen, Flusskrebse und Fische litten seit Jahrzehnten unter den Chloridmengen, die aus dem osthessischen Kalirevier in die Werra und damit in die Weser eingeleitet würden.

Auf künstlerische Weise hat sich der Helmarshäuser in den vergangenen Monaten mit der „unhaltbaren Situation in unserem Strom“ auseinandergesetzt. In mühevoller Schweißarbeit formte er aus alten Kreuzhacken, Spaten, Schaufeln, Brechstangen und Radreifen Fischskelette in unterschiedlicher Form und Größe. Vor einigen Tagen stellte Sachse seine Werke auf einem Bootsanleger auf der rechten Weserseite in Karlshafen aus. Gedacht war die Aktion als „Mahnung und Warnung, dass wir wesentlich sorgsamer mit unserem wichtigsten Lebenselement umgehen müssen.“

Camper und Kanufahrer waren beeindruckt von der Installation. Ein Bootsführer aus Bad Salzuflen sagte, es sei gut, „wenn Menschen auch auf künstlerische Weise auf die Gefährdung der Umwelt aufmerksam gemacht werden“. Gewässer zu schonen und zu schützen sei eine enorm wichtige Aufgabe, so der Wassertourist.

Beeindruckt von Sachses Fisch-Skulpturen war ebenfalls Bad Karlshafens Bürgermeister Marcus Dittrich, der als einer der Ersten die Ausstellung besuchte. „Der Zustand der Weser muss sich verbessern“, sagte Dittrich, „schließlich ist sie für Bad Karlshafen und die Region in jeder Hinsicht die Lebensader.“ Das betreffe den Wasserhaushalt ebenso wie den Tourismus.

Der Bürgermeister kündigte an, dass vermutlich in der Septembersitzung der Stadtverordneten eine Resolution verabschiedet werden solle, die sich mit dem Antrag des Kasseler Düngemittelherstellers K+S befasst. Das Unternehmen möchte – wenn auch mit dem Bestreben, dies zu reduzieren – noch bis zum Jahr 2027 chloridhaltige Abwässer in die Werra und damit in die Weser einleiten. „Das muss verhindert werden“, sagt Ingolf Sachse. Als Mitglied des BUND im Kreisverband Kassel unterstützt er die Einwendung der Umweltschutzorganisation, die diese beim Regierungspräsidium Kassel eingelegt hat. (Gerd Henke)

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