Gefährliches Unterfang

Rettungsaktion: Zwei Dachdecker aus Bad Karlshafen holen Ziege von Klippe

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Steht nicht mehr auf dem Felsen: Zwei Männer aus Bad Karlshafen retteten die Ziege.

Tierfreunde können aufatmen: Die Ziege, die seit einer Woche auf einem Felsen der Hannoverschen Klippen stand, befindet sich seit Dienstagabend wieder auf sicherem Boden.

Die private Rettungsaktion ging von Emran Daudi und Kazim Adeli aus – Behörden hatten eine solche wegen der damit verbundenen Gefahren ausgeschlossen.

Daudi bestieg mit einem Seil die rund 80 Meter hohe und steile Felswand, während Adeli ihn sicherte. „Große Klettererfahrung haben wir nicht“, sagte der 23-jährige Daudi auf Anfrage der HNA. Den Sicherheitsgurt für das schwierige Unterfangen hatten sich die beiden Afghanen von ihrem Arbeitgeber, dem Dachdecker Bernd Berger aus Bad Karlshafen ausgeliehen.

Ziege schien kraftlos zu sein

Der Besteigung der Hannoverschen Klippe sei Daudi nicht allzu schwer gefallen, sagte sein Arbeitskollege Adeli: „Insgesamt hat er für Auf- und Abstieg knapp eine Stunde benötigt“, erzählte Kazim Adeli. Beide waren gespannt, wie die Ziege auf die Rettungsaktion reagieren würde. Wie berichtet, war das Tier den Ordnungsämtern in Beverungen und Bad Karlshafen schon bekannt, weil es im Herbst 2019 mehrfach auf den Felsen war und ein Rettungsversuch scheiterte, weil es zu flink war.

„Als Emran oben angekommen ist, lag die Ziege auf dem Felsen. Er hatte das Gefühl, dass sie nicht mehr viel Kraft hatte“, sagt Adeli. Damit lag er richtig: Die Ziege ließ sich ohne Widerstand von dem Dachdecker-Lehrling berühren, sodass er sie seitlich des Felsens im Wald an den Klippen freilassen konnten. Nach Aussagen der beiden Retter sei das Tier in Richtung Würgassen davongelaufen.

Naturschutzgebiet darf nicht betreten werden

Von offizieller Seite hatte man in der vergangenen Woche eine Rettungsaktion ausgeschlossen, da diese mit erheblichen Gefahren für beteiligte Personen verbunden und so nicht verantwortbar sei. Außerdem sei der Aufenthalt auf und in der Nähe der Sandsteinfelsen gefährlich: Das Betreten des FFH-Naturschutzgebiets ist verboten. 

Noch am Montag hatten Mitarbeiter des Veterinärdienstes des Kreises Höxter, des Ordnungsamtes und der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Beverungen die Situation vor Ort gemeinsam erörtert. Das Tier mit menschlicher Hilfe von seinem Platz zu bergen, sah man dabei als nicht möglich an.

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