Einer der am stärksten belasteten Flüsse Mitteleuropas

Salzbelastung der Weser: 2027 soll der Fluss wieder süß sein

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Von hier aus wird das Weserwasser in die Messstation gepumpt: Stephanie Gudat vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) informierte am Mittwoch die niedersächsischen Minister Christian Meyer (links) und Stefan Wenzel über die Funktion der Anlage. 

Oberweser. Die Weser, immer noch einer der am stärksten belasteten Flüsse Mitteleuropas, soll bis spätestens zum Jahr 2027 in einem „guten ökologischen Zustand“ sein.

Das schreibt die Wasserrahmenrichtlinie der EU vor. Die Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG Weser), in der alle Anrainerländer von Werra und Weser mitarbeiten, hat sich darauf verständigt, dass bis zu diesem Datum auch das Salz weitgehend aus dem Fluss verschwunden sein soll. In Boffzen (Landkreis Holzminden) darf der Chloridgehalt dann nur noch höchstens 295 Milligramm pro Liter betragen. Das entspricht Süßwasserqualität.

Seit Juli ist die Boffzener Messstation in Betrieb. Sie ermittelt neben dem Salzgehalt auch Kalium, Magnesium, ph-Wert und Sauerstoffgehalt des Weserwassers. Noch schwanke der Chloridgehalt um die 400 Milligramm, es seien aber auch schon Werte von mehr als 500 Milligramm pro Liter gemessen worden, sagt Stephanie Gudat vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Sie stellte am Mittwoch den niedersächsischen Ministern Stefan Wenzel (Umwelt) und Christian Meyer (Landwirtschaft) die Anlage vor, für die das Land 80 000 Euro ausgegeben hat.

Der Wirtschaftsplan (Salz) für die Weser sieht für die Messstelle Boffzen bis 2021 zunächst eine Chloridkonzentration von 395 Milligramm pro Liter vor, bevor er dann 2027 auf 295 Milligramm fallen soll.

Klare Grenzen

„Damit wollen wir der Salzeinleitung in die Werra klare Grenzen setzen“, sagte Minister Wenzel. Die Messstation trage dazu bei, die Werte transparent zu erfassen und Erfolge in Bezug auf die Versalzung der Weser messbar zu machen. „Der Verursacher wird sich mit seiner Produktion und Maßnahmen zur Verringerung der Salzlast an dem Beschluss der Weserkonferenz messen lassen müssen“, sagte Wenzel.

Von einer Einleitung chloridhaltiger Abwässer aus dem osthessischen Kalirevier über eine Pipeline in die Oberweser bei Gieselwerder halten die niedersäschsischen Minister Wenzel und Meyer nichts. Daher hat Meyer, der auch für die Raumordnung in Niedersachsen zuständig ist, die Planung einer Rohrleitung auf niedersächsischer Seite untersagt. Für Stefan Wenzel steht fest: „Am Ende wird es auch kostengünstiger sein, das Salz da zu entsorgen, wo es entsteht - im Kalirevier direkt.“

Kaliproduzent K+S wollte sich nicht zu der Messstation äußern.

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