Kostenlose Kurzführungen

Helmarshausen: Schüler führen als Kulturboten durch die Krukenburg

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Während Altersgenossen in die Schwimmbäder strömen, zieht es die 18-jährige Sabrina Schade an ihren Arbeitsplatz hoch über Helmarshausen; so wie fünf weitere junge Leute auch.

Sie alle sind angehende Abiturienten am Gymnasium in Beverungen und unterwegs in der Mission „Kulturboten“.Bis zum 11. August schiebt das Sextett abwechselnd Dienst auf der Krukenburg, um täglich Besucher in die Geschichte der imposanten Burgruine eintauchen zu lassen. Nicht ausschweifend, sondern in erfrischend prägnanten Kurzführungen machen sie bekannt mit Abt Wino, den Ruinen von Kirchenbau und Wohngemäuern. Kostenlos für die Besucher, nur der gewöhnliche Minimalobolus für das Betreten des Geländes (siehe Hintergrund) wird erbeten. Das touristische Projekt „Kulturboten“, ein Novum an diesem Ort, wurde initiiert von der Grimm Heimat Nordhessen.

Start an der Luthereiche

Es ist früher Nachmittag, die Kirchenglocken im Ort läuten zur vollen Stunde. Zeit zum Start für das Grüppchen, das sich an der Luthereiche vor dem Burgtor versammelt hat. Sabrina schafft Wissensgrundlagen: urkundliche Ersterwähnung Helmarshausens im Jahr 944, Klostergründung 997, Errichtung der Krukenburgkirche zwischen 1107 und 1126. Eine junge Familie aus dem benachbarten Westfalen, ein Ehepaar mittleren Alters und zwei Einzelpersonen folgen der 18-Jährigen hinauf auf die Anhöhe. Unterwegs ermuntert die Schülerin mit einem Augenzwinkern zum Weitergehen: „Sonst hab ich am Ende zu viel geredet und Sie zu wenig gesehen.“

Warten aufs Publikum: Die jungen Kulturbotinnen Sabrina Schade und Elena Tabea Thomsen.

Geschichte hautnah gespürt

Stopp in der mächtigen Kirchenruine, dem Zentrum der Mönchsburg. Unter den Füßen der Besuchergruppe liegt die unzugängliche Krypta. Der Blick wendet sich nun dem Paderborner Haus zu. Die Kulturbotin: „Hier haben Vögte und Äbte gewohnt.“ Es folgen Informationen zur Befestigungsanlage, zu Jahreszahlen, über Machtstreitereien und wechselnde Eigentumsverhältnisse. Souverän gibt die junge Helmarshäuserin, die einzige Einheimische aus der Kulturboten-Gruppe, ihr Wissen weiter. Bis ins Detail angeeignet hat sich die Schülerin das alles mithilfe eines Tablets unmittelbar vor Ort in der Ruine. Hat sich auf altes Gemäuer gesetzt - und dabei Geschichte hautnah gespürt, wie sie lächelnd sagt.

Nach gut 20 Minuten ist die Führung vorbei. Zum guten Schluss ein launiger Hinweis auf den legendären Burggeist Udo. Sabrina räumt ein: „Also, ich hab ihn noch nicht gefunden.“ Vielleicht haben die Besucher ja mehr Glück. Die nehmen sich nun den Bergfried vor. Die Kulturbotin gibt ihnen mit auf den Weg: Mauerdicke 3,70 Meter, Höhe 23 Meter, 122 Treppenstufen. Vor dem Aufstieg Verabschiedung - und ein dickes Lob für Sabrina. Die hat nun tatsächlich Ferien. Andere Kulturboten übernehmen.

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