Schwäne im Hafen

Schwanenpaar in Bad Karlshafen musste Nest verlassen

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Die Eier sind aus dem Nest gespült worden: Es scheint, als verlasse die Schwänin tief enttäuscht das Nest, in dem sie mehr als drei Wochen lang gebrütet hatte.

Bad Karlshafen. Das  Schwanenpaar bleibt ohne Nachwuchs. Die Regenfälle Anfang der Woche ließen den Pegel der Weser und damit auch das Wasser im Schleusenkanal steigen.

Das Schwanennest versank im Wasser und die angebrüteten Eier waren durch den Auftrieb von der Schwänin nicht mehr zu halten. Für das Tier müssen es am Donnerstagvormittag verzweifelte Momente gewesen sein, als es feststellen musste, dass das Wasser das Gelege fortgespült hatte. Die Schwänin habe noch minutenlang mit ihrem Schnabel aufgeregt im Nest gestochert, aber kein einziges Ei mehr auffinden können, schildert Ingolf Sachse die dramatische Situation.

Der Mitarbeiter des BUND hat in den vergangenen Wochen fast täglich das brütende Schwanenpaar beobachtet und ihm „die Daumen gedrückt“, dass das gefährdete Nest mit drei Eiern auch die letzten Tage bis zum Schlüpfen der Jungen noch standhält. Aber es sollte nicht sein. So kann das Schwanenpaar das zweite Jahr in Folge keine Küken großziehen. Denn im vorigen Jahr war das Brutgeschäft ebenfalls erfolglos.

Auch im Rathaus bedauert man das vergebliche Brüten der Schwäne sehr. „Das tut mir sehr leid“, sagt Bürgermeister Ullrich Otto. Er weist darauf hin, dass die Schwäne seit Jahrzehnten zum Karlshafener Stadtbild gehören. „Die sind für uns hier nicht wegzudenken“, sagt Otto. Die Erhebung an der östlichen Seite der Hafenmauer heißt sogar Schwaneninsel, weil dies die traditionelle Brutstätte der Wasservögel war. Warum die Tiere zum Nestbau und Brüten in diesem Jahr in den Schleusenkanal umgezogen sind, dafür hat Otto keine Erklärung.

Ingolf Sachse vermutet, dass den Schwänen das Wasser im Hafenbecken gefehlt habe und sie deshalb in den Kanal und näher an die Weser gezogen sind. Unter dem leergelaufenen Hafen leide nicht nur das Stadtbild, sondern inzwischen auch der Schwan.

Doch wie die Menschen müssen auch die Schwäne noch längere Zeit auf Wasser im Hafen warten. Denn wegen der Hafenöffnung und der Mauersanierung wird voraussichtlich erst 2019 das Hafenbecken wieder volllaufen. Das erklärte Karl Weber, Direktor der Staatlichen Schlösser und Gärten, auf HNA-Anfrage.

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