Bahnstrecke wird zur Großbaustelle

Sieben Wochen ohne Bahnverbindung zwischen Ottbergen und Göttingen

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Soll ab Sommer für mehrere Wochen Baustelle werden: Der Bereich vom Bahnhof in Bodenfelde (Bild von Bauarbeiten 2011) über Offensen und Adelebsen bis nach Göttingen. Etliche Bahnschwellen unter den Gleisen sollen dabei erneuert werden. 

Bad Karlshafen/Bodenfelde/Wahlsburg. Mit einem Bus-Ersatzverkehr müssen Bahnkunden auf der Strecke zwischen Ottbergen und Göttingen im Sommer vorliebnehmen. Laut der DB Netze dauert die Vollsperrung der Regionalbahnstrecke vom 22. Juni bis zum 7. August.

Der Zeitraum fällt teilweise in die niedersächsischen und komplett in die hessischen Sommerferien. Die Bahnstrecke soll dann zur Großbaustelle werden. Vorgesehen sind Bauarbeiten am Bahnhof in Adelebsen und eine Erneuerung eines Bachdurchlasses am Hessenbach im Tal zwischen Heisebeck und Offensen, dessen Querschnitt zu klein ist und an dem es in der Vergangenheit bereits öfter Probleme bei Hochwasser gab.

Zudem sollen Schienen und Schwellen auf etwa 36 Kilometer Länge zwischen Ottbergen und Adelebsen ausgetauscht und erneuert werden.

Die Bahnstrecke soll im Sommer mit einem langen Spezial-Umbauzug bearbeitet werden. Ausgetauscht werden Schwellen und Schienen, ein Großteil des Schotters soll gereinigt werden und zusätzlich will die Bahn fast 40 Tonnen neuen Schotter im Gleisbett einbauen, heißt es von der DB Netz. Dieses Verfahren sorge für nur geringste Beeinträchtigungen bei den Arbeiten. Eine Stück-für-Stück-Sanierung sei für die Nordwestbahn als Betreiber der Strecke nicht infrage gekommen, weil es dadurch zu längeren und vermutlich auch mehr Behinderungen gekommen wäre.

Im Bereich des Fleckens Bodenfelde mit seinem Bahnhof und der Gemeinde Wahlsburg, die mit dem Haltepunkt Vernawahlshausen angeschlossen ist, wird die Investition von 22,4 Millionen Euro begrüßt, weil die Nebenstrecke dadurch gestärkt wird. Auch Bad Karlshafen liegt an dieser Strecke. Die Instandsetzung sei ein wichtiger Baustein dafür, dass auch der Haltepunkt Vernawahlshausen erhalten bleibt, sagte Bürgermeister Jörg-Otto Quentin. Pläne, den Haltepunkt Vernawahlshausen zu verlegen, wie schon einmal geplant, gebe es aber derzeit nicht. Möglicherweise werde aber die Grundlage dafür geschaffen, dass die Langsamfahrabschnitte wegen mehrerer unbeschrankter Feldwegübergänge einmal aufgehoben werden können und die Verbindungen schneller werden. 

Hintergrund: 72 Kilometer neue Schienen werden verlegt

Mit einem Spezialumbauzug soll auf dem Streckenabschnitt Schotter gereinigt und teilweise ausgetauscht werden. Verbaut werden sollen etwa 72 Kilometer Schienen und 55.400 Schwellen. Neu einbauen soll der Spezialumbauzug 39 000 Tonnen Gleisbettschotter. Vom Umbau betroffen sind auf dem Abschnitt insgesamt neun Bahnübergänge. Fünf davon sollen mit einem neuen Belag ausgestattet werden. Zudem soll eine Brücke neue Balken erhalten. Die Gesamtkosten gibt Stefan Hunstock (Projektleitung Oberbau, Regionalnetze Nord der DB Netz AG mit Sitz in Göttingen) mit rund 22,4 Millionen Euro an. Betreiber der Regional-Bahnstrecke ist laut Udo Diedrich (Leiter Regionalnetz Harz-Weser) die Nordwestbahn. In Adelebsen wird die Bahnsteighöhe angepasst, Ausstattung, Wetterschutz und Informationssystem verbessert. Der geplante behindertengerechte Umbau des Bahnhofs Bodenfelde wurde zurückgestellt, am Haltepunkt Vernawahlshausen sind keine Veränderungen geplant.

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