Einheimische lassen sich den Klippenweg nicht verbieten – sie steigen über Äste und klettern über Geländer

Skywalk: Im Wegekonzept knirscht es noch

+
Skywalk: 60 000 Besucher sind unter der Eiche durchgegangen, deren dicker Ast hier so schön unser Foto einrahmt. Gerade einmal drei Meter weiter rechts und links geht von den Bäumen laut Verbotsschildern Lebensgefahr aus.

Bad Karlshafen. Der Weser-Skywalk hat seinen Zweck als Magnet für Touristen und Ausflugsgäste im Dreiländereck in den ersten Monaten seit dem Bau eindrucksvoll erfüllt. Im Wegekonzept knirscht es allerdings nach wie vor.

Bad Karlshafen beispielsweise schickt seine Wandergäste mit neuen Wegweisern und seiner Wanderkarte zum Einstieg des alten Klippenweges in der Nähe des Bahnübergangs. Dort einmal angekommen lesen die verwunderten Wanderer dann „Kein Durchgang“ auf einem Schild des Kreises Höxter.

Hier: Alles Wissenwerte zum Weser-Skywalk
im Regiowiki

Wer trotzdem den Aufstieg durch die für unsere Region schon spektakuläre Natur wagt, muss wenige Meter vor dem Skywalk noch einen Haufen Astwerk übersteigen und durch ein Sicherungsgeländer klettern. Das Holz sei aber keine absichtlich errichtete Sperre, sondern nur Schnittreste, die niemanden behinderten, da der Weg ja ohnehin nicht freigegeben sei, heißt es dazu aus der Kreisverwaltung in Höxter.

Aus Würgassen, wo Bürger bestrebt sind, den Klippenweg mit einem Verein als Träger wieder öffnen zu lassen, ist seit Monaten dasselbe zu hören: es gibt einen Verein, es gibt einen Vertragsentwurf und es gibt Gesprächstermine. Konkrete Ergebnisse oder Unterschriften gibt es bisher nicht. Aber der Kreis signalisiert weiterhin Bereitschaft: „Der Kreis Höxter ist nach wie vor bereit, sich an konstruktiven Gesprächen zu beteiligen, die zu einer Reaktivierung des alten Klippenweges führen könnten“, teilte Pressesprecherin Silja Polzin der HNA mit. Auch auf hessischer Seite erneuerte Bürgermeister Ullrich Otto seinen Standpunkt: „Wir wollen den Weg und wir sind im Rahmen unserer Möglichkeiten bereit, Pflege- und Instandsetzungsarbeiten zu übernehmen.“

Von Markus Löschner

Hintergrund: 60.000 Menschen auf dem Skywalk

Der Weser-Skywalk ist auf Anhieb zu einem bekannten Ausflugsziel geworden, die Kritik an seiner Konstruktion weitgehend verstummt. Für den Kreis Höxter ist er ein Besuchermagnet und ein Aushängeschild für das Projekt „Erlesene Natur“, sein Bekanntheitsgrad sei bereits hoch.

Nach Schätzungen und Stichprobenzählungen besuchen täglich rund 30 bis 50 Gäste die Plattform, teilte der Kreis Höxter mit. An sonnigen Wochenenden seien es einige Tausend. „Insgesamt schätzen wir die Besucherzahl seit der Freigabe der Plattform Ende März 2011 – zurükhaltend– auf mehr als 60.000 Personen“, sagte Silja Polzin, Sprecherin des Kreises Höxter. „Der alte Klippenweg ist dabei nur ein Thema der Einheimischen. Zehntausende Touristen möchte hier mitten im Schutzgebiet wohl niemand.“ Ortskundige und ernsthafte Natur- und Wanderfreunde begeistert er umso mehr. In die richtigen Bahnen leiten ließe sich der Strom der Skywalkbesucher etwa mit übersteigbaren Barrieren am alten Klippenweg, wie Dr. Burkhard Beinlich, Leiter der Landschaftsstation im Kreis Höxter, bereits vorschlug. (zlö)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.