Statt Touristen kommen Flüchtlinge ins Hotel Alt Carlshaven

Direkt am Schleusenkanal zwischen Weser und Hafen gelegen: Das Hotel-Restaurant Alt Carlshaven wird ab Mitte des Monats Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Archivfoto:  Löschner

Bad Karlshafen. Bis Mitte dieses Monats soll das ehemalige Hotel Alt Carlshaven eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge werden. Bis zu 30 Asylsuchende will der Landkreis als Mieter dieses Objekts hier unterbringen.

Die Stadt Bad Karlshafen wie auch die eigene Tochtergesellschaft, Bad Karlshafen GmbH, zeigen sich enttäuscht von dieser Entwicklung. „Eine weitere touristische Nutzung wäre wünschenswert gewesen“, sagen Bürgermeister Ullrich Otto und GmbH-Geschäftsführer Markus Stern unisono. Sie weisen darauf hin, dass die attraktive Lage das Gebäude über Jahrzehnte zu einem Anziehungspunkt für Touristen gemacht habe. Besonders im Hinblick auf die geplante Hafenöffnung wäre die Fortführung des Hotel- und Restaurantbetriebes sinnvoll und wünschenswert gewesen.

Bürgermeister und Geschäftsführer erinnern daran, dass auch Landrat Uwe Schmidt im Zusammenhang mit der von ihm begrüßten Hafenöffnung als „Jahrhundertchance für die Stadt“ wichtig sei, weiter in die touristische Attraktivität zu investieren. Das, so Schmidt, sei der Schlüssel für die Zukunft der Stadt.

Vor diesem Hintergrund bedauern Otto und Stern, dass vor Unterzeichnung des Mietvertrages keine Gespräche zwischen Stadt und Landkreis stattgefunden hätten. Die Stadt sei nur über eine Pressemitteilung des Kreises informiert worden. In einem Gespräch hätten touristische Nutzungsmöglichkeiten aufgezeigt werden können, „die ebenfalls im Sinne des Eigentümers gewesen wären“, deutet der Bürgermeister vorsichtig an, dass es eventuell auch andere Betreiber-Interessenten geben könnte. „Ein gastronomisches Angebot mit bestem Blick auf die Schleuse hätte in Bad Karlshafen sicherlich Zukunft gehabt.“

Eigentümer Wolfgang Buttig sagte gegenüber der HNA, dass der Mietvertrag mit dem Landkreis „für mich die optimale Lösung ist“. Als 77-Jähriger habe er selber nicht mehr die Kraft, ein solch großes Objekt weiterzuführen. Weil die Kostenbelastung aber weiter bestehe, habe er handeln müssen. Gleichzeitig weist Buttig aber darauf hin, dass der Mietvertrag mit dem Landkreis auf einige Jahre befristet sei. Das biete allen Interessenten und mithin auch der Stadt Gelegenheit, sich eingehend Gedanken zu machen, wie es auf der anderen Straßenseite des Hafens weitergehen könne. Für Gespräche sei er offen, sagte Buttig.

Ähnlich sieht man es auch beim Landkreis. Pressesprecher Harald Kühlborn weist auf die Befristung des Mietvertrages hin. Zudem solle das Projekt Hafenöffnung erst Ende 2018 vollständig realisiert worden sein. Bis dahin könne man sich noch über eine touristische Nutzung unterhalten. „An der hatte auch der Landkreis großes Interesse“, stellt Kühlborn fest.

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