Ermäßigter Satz nur für Heilbäder

Steuererhöhung für die Sauna: Schwitzen wird teurer

Bad Karlshafen. Wer eine Eintrittskarte für ein Schwimmbad oder die Sauna kauft, bezahlt nur sieben Prozent Mehrwertsteuer. Das ist bald anders.

Im Schwimmbad bleibt der ermäßigte Steuersatz bestehen, für die Sauna ist damit ab 1. Juli 2015 Schluss, hier werden dann 19 Prozent fällig.

Das hat das Finanzministerium in Berlin entschieden. Die ermäßigte Umsatzsteuer gilt dem Gesetz nach für die „Verabreichung von Heilbädern“. Diesen Zweck sah man bisher für die Sauna als erfüllt an. Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofes muss ein Heilbad jedoch der Behandlung einer Krankheit dienen, nach der neuen Auslegung des Gesetzestextes gilt die Steuerermäßigung nur noch für verordnungsfähige Leistungen aus dem Heilmittelkatalog.

„Wir sind sehr enttäuscht über diese Entscheidung“, sagt Ullrich Otto, Bürgermeister in Bad Karlshafen und Aufsichtsratsvorsitzender der Weser-Therme. „Derzeit ist noch nicht abzusehen, ob wir die Mehrkosten anders abfangen können oder ob Eintrittspreise erhöht werden müssen.“ 250 000 Besucher kommen jährlich in die Therme, die Hälfte von ihnen löst an der Kasse eine Karte mit Saunaeintritt. Der Deutsche Sauna-Bund und der Heilbäderverband rechnen mit Mehrkosten, die sich für ein Thermalbad auf bis zu 400 000 Euro oder mehr pro Jahr summieren könnten. Mit höheren Eintrittspreisen befürchtet der Sauna-Bund zehn Prozent weniger Besucher. Auch Hotels, die einen Wellness-Bereich mit Sauna unterhalten, werden dafür zukünftig einen höheren Steuersatz ausweisen müssen.

Die Verbände kritisieren, dass die ermäßigte Mehrwertsteuer aus gesundheitspolitischen Gründen eingeführt wurde - mit der Erhöhung würden nun jedoch Präventionsziele wie Erkältungsvorbeugung, Stressabbau und Krankheitsvermeidung ausgehebelt.

Von Markus Löschner

Rubriklistenbild: © dpa

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