Winterdienst

Streudienst bei den Nachbarn besser: In NRW ist die B83 schneller frei

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Dienstag 9.35 Uhr: Auf dem letzten Abschnitt der B83 in Hessen bei Helmarshausen bewegt sich der Verkehr noch auf einer festgefahrenen Schnee- und Eisdecke.

Bad Karlshafen. Der Streu- und Räumdienst klappt im Nachbarkreis Höxter offenbar besser als im Landkreis Kassel.

Dieser Winter zeichnet sich in weiten Teilen durch Abwesenheit aus. Doch wenn er sich mal für wenige Tage blicken lässt, dann öffnen sich des Himmels Schleusen und Schnee fällt in kurzer Zeit im Übermaß. So war es am Montagmorgen und in der Nacht zum Dienstag. Den Winterdienst der Straßenmeistereien stellen solche Wetterlagen vor große Herausforderungen.

Was Autofahrern, die über die Landesgrenzen nach Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen pendeln, auffällt, ist, dass in den Nachbarländern offenbar schneller geräumt wird, als auf hessischer Seite. Das betrifft insbesondere die Bundesstraßen 83 und 7. Während am Dienstagmorgen im Dreiländereck an der Weser auf NRW-Seite der Asphalt von Schnee und Eis befreit war und die Autofahrer freie Fahrt hatten, kroch der Verkehr zwischen Bad Karlshafen und Hofgeismar noch langsam dahin. Festgefahrener Schnee und eisige Fahrspuren bedeckten die Fahrbahn.

Dienstag 9.30 Uhr: Auf dem ersten Abschnitt der B 83 in Nordrhein-Westfalen bei Beverungen-Herstelle ist der Schnee komplett geräumt.

Im Kreis Höxter sind die Straßenmeistereien in Brakel und Peckselsheim für den Winterdienst zuständig, darüber hat der Landesbetrieb Straßen NRW noch Fremdunternehmen unter Vertrag. Über das Meldesystem SWIS (Straßen-Wetter-Informatiotions-Service) erhalten die Straßenmeistereien die Vorhersagen. Wenn es glatt zu werden droht, beginnen die Betriebe „mit präventivem Salzstreuen“, sagt Rainer Schütte, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr bei der Straßen-NRW-Niederlassung Paderborn. „Das hilft beim späteren Räumen, weil dann der Schnee nicht so anbackt auf der Fahrbahn.“

Das SWIS-System wird unterstützt durch automatische Glättemeldeanlagen an den höher klassifizierten Straßen. Grundsätzlich sind mit Ausnahme der Autobahnen Straßen aber nur von 6 bis 22 Uhr „befahrbar“ zu halten, sagt Schütte. Bei extremen Lagen müssten notfalls Schneeketten aufgezogen werden.

Wie in NRW beginnt der Winterdienst bei den Straßenmeistereien von Hessen Mobil - wenn nötig - schon um 2.30 Uhr. „Damit zum Berufsverkehr die wichtigsten Straßen frei sind“, sagt Horst Sinemus, Sprecher der Nierdelassung in Bad Arolsen. Eine Erklärung dafür, warum die Räumung jenseits der Landesgrenzen in diesem Winter offenbar besser klappt, hat Sinemus nicht. Nur so viel: Ein Umlauf, also die Zeit, in der ein Streufahrzeug wieder an derselben Stelle sein kann, dauere auf manchen Touren bis zu drei Stunden. Drei Stunden, in denen manchmal viel Schnee fallen kann.

Hintergrund

Unseren Artikel vom Dienstag „Verkehrschaos nach Schnee“ ergänzt HNA-Leserin Cornelia Krück aus Hofgeismar: „Ich arbeite in Warburg, und auf der B7 konnte man heute morgen [Montag] auch ohne Schild gut erkennen, in welchem Bundesland man sich befand. Hessen: So gut wie nichts geräumt (von den Landstraßen ganz zu schweigen). In NRW war zumindest die Bundesstraße geräumt und auch Salz war gestreut. (Zugegeben, in den Höhenlagen sah es da auch heftig aus, aber ich spreche von der normalen Strecke ohne große Steigungen).

Heute mittag dasselbe: bis zur Landesgrenze Hessen sauber, danach ließ es stark nach. In der Mitte der Fahrbahn stauten sich dicke Schneereste, die ständig in die Radkästen spritzten. Gleiches Phänomen auch an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Hessen, wie mir ein Bekannter berichtete. Wir Hessen sind wohl doch gelegentlich morgens blind, wie es so schön heißt...“

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