Therme musste 5,5 Monate schließen

Corona hat die Besucherzahlen der Wesertherme Bad Karlshafen 2020 halbiert

Das Foto zeigt ein Schwimmbecken, in dem keine Schwimmer zu sehen sind, am Rand stehen mehrere Liegen.
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Keine Badegäste: Seit November befindet sich die Wesertherme im zweiten Lockdown. Betriebsbedingt muss die Anlage aber weiterlaufen, weshalb die Becken gefüllt sind.

Bis zu 250.000 Besucher hat die Karlshafener Wesertherme in normalen Jahren. Nicht so in 2020: Coronabedingt musste sie für 5,5 Monate schließen, was sich deutlich auswirkte.

Bad Karlshafen – Die Wesertherme in Bad Karlshafen ist die mit Abstand wichtigste touristische Einrichtung in der Nordspitze und im gesamten Naturpark Reinhardswald. An die 250.000 Besucher strömen in normalen Jahren in das Bad.

Rücklagen sind fast aufgebraucht – Folgen für den Haushalt

Nicht so vergangenes Jahr: Weil die Therme coronabedingt insgesamt 5,5 Monate schließen musste, waren es nur noch 116.000 Bade- und Saunagäste – entsprechend rückläufig waren die Einnahmen.

Nun hoffen die Bad Karlshafener, dass sich die Lage bald wieder bessert und für Bäder der Lockdown aufgehoben wird.

„Jetzt wird‘s langsam eng“, sagt Bürgermeister Marcus Dittrich. Denn weil die Rücklagen, die in den vergangenen guten Jahren gebildet werden konnten, fast aufgebraucht seien, werde es auch für den städtischen Haushalt zunehmend schwieriger.

Als Eigentümerin des Bades profitiert die Stadt von den Pachtzahlungen der Bad Karlshafen GmbH als Betreiberin. Da die Pacht abhängig von den Besucherzahlen ist, bringen weniger Gäste auch weniger Einnahmen.

Steuern sollen nicht zur Kompensation erhöht werden

Waren es 2019 noch rund 240 .000 Euro, die als Pacht in die Stadtkasse flossen, so war es 2020 nur noch etwa die Hälfte. Über Steuererhöhungen für die Bürger will Dittrich die Einnahmeausfälle jedoch nicht kompensieren. „Ich setze darauf, dass das Land in dieser schwierigen Situation von den gesetzlich vorgegeben Haushaltszielen Ausnahmen zulässt“, sagt Dittrich.

Massive Auswirkungen hat die Badschließung nicht nur für die Stadt, sondern auch für die rund 100 festen Mitarbeiter. Sie sind, wie beim ersten Lockdown, in Kurzarbeit. „Jetzt hoffen natürlich alle, dass es bald weitergehen kann“, sagt Thermenchefin Martina Abel.

Martina Abel, Geschäftsführung Wesertherme.

Seit der Schließung werden weitere kleinere Reparaturarbeiten ausgeführt. „Alles mit eigenem Personal“, sagt Rainer Kowald, Geschäftsführer der Bad Karlshafen GmbH.

Nun, da auch das Fünf-Prozent-Solebecken saniert und alles bereit für die Wiedereröffnung ist, sind Bürgermeister und Thermenleitung gespannt auf die nächsten Coronamaßnahmen von Bund und Ländern. Schließlich dienen Bäder auch dem Gesundheitsschutz, sagt Kowald. (Gerd Henke)

Finanzielle Hilfen von Bund und Land

Den hessischen Kurorten und Heilbädern fließen jährlich Einnahmen aus dem sogenannten „Bäderpfennig“ zu. Damit will das Land die spezifische Infrastruktur der Kurorte fördern.

Der Anteil für Bad Karlshafen liegt bei rund 280.000 Euro. Weil das Land die Förderung coronabedingt aufgestockt hat, rechnet die Stadt dieses Jahr mit zusätzlich 100.000 Euro. Aus der Corona-Überbrückungshilfe des Bundes erhält die Stadt für November/Dezember 100.000 Euro. 

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