Sommerfest im Tierheim Bad Karlshafen

90 Hunde und 40 Katzen suchen ein neues Zuhause 

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Im Kindergarten auf Hof Wiesenfeld: Obwohl die acht Mischlinge Geschwister sind, sehen sie doch völlig unterschiedlich aus. Mona Lessmann (links) und Loreen Göbel schauten auch während des Festes kurz nach dem Rechten bei den vier Monate alten Junghunden.  

Bad Karlshafen. Im Tierheim in Bad Karlshafen wurde kürzlich Sommerfest gefeiert. Dort hatten zahlreiche Besucher die Möglichkeit, Hunden und Katzen ein neues Zuhause zu geben. 

Ein Besuch im Tierheim wird oft von gemischten Gefühlen begleitet. Dort gibt es nämlich viele Vierbeiner, die schon seit Jahren auf ein Zuhause hoffen. Andererseits werden alle gut versorgt, müssen nicht hungern oder Schmerzen erleiden wie häufig auf der Straße. So ähnlich werden wohl auch die vielen hundert Besucher empfunden haben, die am Sonntag zum Sommerfest in das Tierheim von Bad Karlshafen gekommen waren.

Dass die Einrichtung im Grünen Vorzeigecharakter hat, war beim Kennenlernen der 150 Vierbeiner kaum zu übersehen: Behagliche Rückzugsmöglichkeiten und geräumige Ausläufe haben sowohl die 90 Hunde als auch die 40 Katzen, die ein Frauchen oder Herrchen suchen. Ist der Sommer sowieso eine Zeit, wo die Vermittlung schleppend läuft, so haben es die Katze besonders schwer: „Viele Bauern bieten den Leuten Junge an und stellen nicht wie wir auch noch Fragen“, bemerkte Heimleiter Karsten Plücker.

Junge Kätzchen gibt es derzeit auch auf Hof Wiesenfeld, dem fast 40.000 Quadratmeter großen Areal, wo Tiere aus Deutschland, aber auch anderen europäischen Ländern eine Bleibe gefunden haben. Dass der betreibende Verein, der Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT), ständig bemüht ist, die Bedingungen für seine Schützlinge zu verbessern, zeigt sich an den jüngsten Sanierungsarbeiten: Für rund 250 000 Euro wurde das Katzenhaus erweitert, neue Ausläufe für die Hunde geschaffen und Sichtschutzzäune angebracht. Die Projekte hätten sie aus Erbschaften finanziert, worüber sie dankbar seien, erklärte Plücker.

Im Mittelpunkt der Zuschauer: Auch der Mischling Sombrero sucht ein neues Heim. Der Rüde ist sieben Jahre alt und kommt aus Rumänien. Beim Fest stellte ihn Hendrik Nolte vor.

Fragt man den Heimchef nach seinem größten Sorgenkind, so kommt er erstmal ins Stocken, gibt es doch einige, für die er sich ein liebevolles Zuhause wünscht: „Unser Thilo hätte es verdient mit seinen 13 Jahren – er ist ein so ruhiger, lieber Kerl, der seine letzten Jahre woanders verbringen sollte.“ Und auch dem erst fünf Jahre alten Manolis mit seinem verkrüppelten Pfötchen mag sich niemand so recht annehmen, obwohl der Rüde schon seit fünf Jahren am Zaun mit flehendem Blick steht. Auf drei Beinen bewegt sich auch die noch recht junge Hündin Jasmin voran und scheint damit ebenfalls gut zurechtzukommen. Wie auch bei den Katzen, so gibt es auch bei den Hunden junge Vertreter: Holly, Romeo, Luke, Abby und ihre vier weiteren hübschen Geschwister sind gerade erst vier Monate alt und bezaubern allesamt mit ihrem Charme.

Die meisten Besucher hielten sich beim Fest an den Ausläufen auf, wo stundenlang gekrault und liebkost wurde. Viele der Gäste hatten einen Hund dabei – oft sogar einen, der vom Wiesenhof stammt. „200 Hunde und ungefähr 80 Katzen vermitteln wir pro Jahr“, erklärte der Chef. Gerahmt wurde das Fest von den Hundefreunden Dreiländereck, die Tipps für den Umgang mit Hunden gaben und eine Vorstellung von Hunden aus dem Heim organisierten. Info sowie Essensstände rundeten das Fest ab. Die Veranstalter hoffen, dass nun einige Tiere ein Zuhause finden. 

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