Bürgermeister entschuldigt sich

Tourismusgemeinschaft: Karlshafen bleibt drin

Bad Karlshafen. Die Stadt Bad Karlshafen bleibt Mitglied in der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Märchenland Reinhardswald (TAG). Die Kündigung, die Bürgermeister Ullrich Otto einseitig ausgesprochen hatte, nahmen die Stadtverordneten zurück.

Den Antrag dazu hatte die SPD-Fraktion gestellt, er wurde einstimmig angenommen.

Karl-Erwin Franz, der den Antrag für die SPD eingebracht hatte, nannte es „einen Skandal“, dass die Stadtverordneten, die 2014 den Beitritt zur TAG beschlossen hatten, vom Bürgermeister über die Kündigung nicht unterrichtet worden waren. Diesen Schritt gelte es rückgängig zu machen. Denn die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft „ist von existenzieller touristischer Bedeutung für Bad Karlshafen“, sagte Franz. Die TAG habe vom Land 100 000 Euro erhalten, was die Senkung der Beiträge für die Mitglieder ermöglicht habe. Zudem sei das Geld für das Entwicklungskonzept Reinhardswald verwendet worden, das die Grundlage für die Naturparkbewerbung bilde. Für den Reinhardswald und das Diemeltal sei der beantragte Naturpark von großer Bedeutung. Dieses Ziel zu erreichen, sei auch im Interesse von Bad Karlshafen. Dazu müssten alle Kräfte in der Region gebündelt werden, so Franz.

CDU-Fraktionsvorsitzende Maria Luise Niemetz schlug vor, dass nach Synergien zwischen dem geplanten Naturpark Reinhardswald zum Pendant auf niedersächsischer Seite Solling-Vogler gesucht werden sollte. Hier eine Vernetzung über die Weser hinweg hinzubekommen, könne auch für die touristische Entwicklung förderlich sein, sagte Niemetz.

„Das war Mist, was ich da gemacht habe“, gab indessen Bürgermeister Otto unumwunden zu und entschuldigte sich vor dem Parlament für das eigenmächtige, unabgestimmte Vorgehen. Geleitet worden sei er damals von der angekündigten Erhöhung der Beiträge.

Die TAG habe im Juli angekündigt, diese um mehr als 100 Prozent zu erhöhen. Die Stadt hätte dann statt 5500 Euro 11 000 Euro zahlen müssen. Doch durch die Bezuschussung durch das Land könne es nun bei dem alten Betrag bleiben. „Auch andere Gemeinden wollten sich dagegen wehren“, sagte Otto. Nun aber bleibe der Beitragssatz bei 1,60 Euro pro Einwohner.

Windparks nicht vereinbar

Florian Kohlweg, Fraktionsvorsitzender der AfD, merkte an, dass die geplanten Windkraftanlagen im Reinhardswald mit Naturpark-Idee nicht vereinbar seien. Denn: „Die Windparks gefährden den Tourismus.“

Ein Naturpark werde die Windkraftanlagen und die Salzleitung von K+S nicht verhindern, sagte Karl-Erwin Franz, der im Übrigen die Entschuldigung des Bürgermeisters akzeptierte.

Rubriklistenbild: © Thiele

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