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Unterkünfte reaktivieren: Geflüchtete Menschen im „Alt Carlshaven“ aufgenommen

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Von: Nela Müller

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Das ehemalige Hotel Alt Carlshaven in Bad Karlshafen
Das ehemalige Hotel-Restaurant „Alt Carlshaven“: Der Landkreis Kassel bringt dort seit dieser Woche erneut geflüchtete Menschen unter. © Markus Löschner

Der Landkreis Kassel prüft derzeit, inwieweit früher genutzte Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge reaktiviert werden können. In Bad Karlshafen ist die schon geschehen.

Bad Karlshafen - „Die Zahl der geflüchteten Menschen, die uns vom Land zur weiteren Betreuung zugewiesen werden, steigt wieder auf bis zu 35 pro Woche“, gibt Vizelandrätin Silke Engler als Grund an. Schritt für Schritt sollen nun ehemalige Unterkünfte erneut belegt werden, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden.

Dazu gehört auch das ehemalige Hotel-Restaurant „Alt Carlshaven“ in Bad Karlshafen, das direkt am Schleusenkanal zwischen Weser und Hafen liegt. Dort waren schon 2016 geflüchtete Menschen untergebracht – insgesamt können dort 30 Menschen leben. Wie der Kreis mitteilt, sind die ersten in dieser Woche eingezogen.

Die jetzt in den Landkreis kommenden geflüchteten Menschen stammen aus vielen verschiedenen Ländern. „Am stärksten vertreten sind die Herkunftsländer Afghanistan, Syrien, Türkei und Eritrea“, teilt Kreissprecher Harald Kühlborn mit.

Knapp 1000 geflüchtete Menschen sind in Gemeinschaftsunterkünften in Bad Karlshafen, Baunatal, Espenau, Fuldabrück, Fuldatal, Hofgeismar, Lohfelden, Nieste und Wolfhagen untergebracht. Die größte Gemeinschaftsunterkunft mit aktuell 600 Bewohnern befindet sich nach Angaben des Kreises in der Pommern-Anlage in Wolfhagen. Laut der Vizelandrätin leben derzeit 4662 geflüchtete Menschen im Landkreis Kassel, die meisten in angemieteten Wohnungen in den Städten Wolfhagen, Hofgeismar und auch Baunatal.

Das ehemalige Hotel „Alt Carlshaven“ ist in privater Hand und wurde nun vom Landkreis wieder angemietet. Laut Bad Karlshafens Bürgermeister Marcus Dittrich stand die Immobilie mindestens ein Jahr leer. Dass dort nun erneut Flüchtlinge untergebracht werden, darin sieht er kein Problem, auch wenn aufgrund der direkten Lage am Hafen ein Hotel wie früher auch schön wäre. „Die Menschen benötigen Hilfe und dementsprechend eine Unterkunft“, sagt Dittrich auf Anfrage unserer Zeitung. (Nela Müller)

Suche nach Räumlichkeiten

Der Kreis sucht geeignete Räumlichkeiten für Gemeinschaftsunterkünfte. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf solchen, die „auch bisher für die Übernachtung von Menschen genutzt wurden“, betont Silke Engler. Gleiches gelte auch für Wohnungen für bereits länger in Gemeinschaftsunterkünften lebende geflüchtete Menschen. Der Kreis unterstütze Vermieter, indem er Vertragspartner für die Anmietung ist und sich auch weiter um die Wohnungsbewohner kümmere.

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