Kripo sucht nach Spuren

Nach Brand in Vernawahlshausen: Opfer kommen bei Familien unter

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Auf den Rückseiten der beiden Wohnhäuser wird das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar: Das Zentrum des Feuers lag in einem hölzernen Verbindungsbau in der Mitte der beiden Gebäude.

Vernawahlshausen. Nach dem Brand zweier Häuser in Vernawahlshausen sind die Opfer bei anderen Familien untergekommen.

Ein paar verkokelte Stellen an der Fassade und heruntergefallene Ziegeln sind es, die einem auf den ersten Blick ins Auge fallen. Und so scheint der Schaden an den beiden Brandhäusern im Vernawahlshäuser Westerfeld 16 und 18 auf den ersten Blick nicht allzu dramatisch zu sein. Wer sich den Unglücksort genauer anschaut, erkennt schnell, dass hier das Feuer größere Teile der Gebäude zerstört hat.

Holzverkleidungen in zarten Blautönen, eine Sitzgarnitur mit Adventskranz und Elchkissen, feinsäuberlich zurechtgestutzte Büsche und ein schon entsorgter Weihnachtsbaum sind es, die im Vorgartenbereich noch immer zu sehen sind.

Feuer setzte jeweils Dachbereich in Brand

Geht man hinter die Gebäude, tut sich allerdings eine ganz andere Szenerie auf: Da hier der Schuppen stand, aus dem sich der Brand entfachte, prägen verkohlte Balken, verbrannte Holzscheite und weitere tiefschwarze Gegenstände den Blick. Fast symmetrisch scheint sich das Feuer von hier aus auf die beiden nebeneinander liegenden Häuser ausgeweitet und dort jeweils den Dachbereich in Brand gesetzt zu haben.

Genau 24 Stunden ist das Feuer in den Wohnhäusern her, als sich am Montagmittag die Hauseigentümer mit Familienmitgliedern an ihren Grundstücken versammelten. Die Stimmung ist verständlicherweise gedrückt und so mag niemand mit der Presse reden.

Kripo sucht nach Spuren

Während die Kripo nach Spuren in schwarzer Asche sucht, fahren immer mal wieder Schaulustige die kleine Straße entlang. Und da auf dem Dorf sich ein solcher Fall schnell herumspricht, weiß auch der ein oder andere einiges zu berichten. So soll der 47-jährige Eigentümer aus dem Haus Nummer 18 mit Frau und Tochter am Sonntag gerade auf dem Weg in den Urlaub gewesen sein und bei Hannover von dem Vorfall gehört haben.

„Ich habe es mitbekommen, da es einen lauten Knall gab – das lag wahrscheinlich daran, weil auch Teile einer Betonmauer zerfetzt wurden“, berichtet die Schwester der Hausherrin, die nur ein Haus weiter wohnt. Sie habe dann erstmal den Ferrari und das weitere Auto weggefahren und sei danach sofort ins Haus, um einige Dinge zu retten. Computer, Fernseher, eben Wertgegenstände holte sie so noch vor dem Eintreffen der Wehr aus dem Brandhaus.

Auch der Vater des Geschädigten war schnell vor Ort, wagte sich ebenfalls in das schon brennende Objekt: „Ich habe die Papiere in Sicherheit gebracht und meine Frau Taschen und Schuhe“, berichtet er. Zentimeter hoch soll das Wasser im Keller des Gebäudes gestanden haben, was später aber von der Feuerwehr abgepumpt wurde.

Wann Familien wieder einziehen können ist unklar

Was sich im Nachbargebäude zeitgleich zutrug, vermag niemand genau zu sagen, nur soviel: „Im Keller hatte sich der kleine alte Terrier verschanzt“, eine Nachbarin. Die dort lebende 49-Jährige und ihr Sohn sollen zu dieser Zeit auf einem Geburtstag im Ort gewesen sein.

Wann die Familien wieder ihre Häuser beziehen können ist unklar: „Man sagte uns, es würde ein Jahr dauern“, sagte die Hausherrin aus der 18, die zwei Friseursalons in Wahlsburg und Bodenfelde haben soll.

Schon Montagmittag war der örtliche Zimmermann damit beauftragt, die Dächer vor eindringender Nässe zu schützen. Wohnen tun die insgesamt fünf Geschädigten nun bei ihren Eltern, die in beiden Fällen in Vernawahlshausen leben.

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