Verpflegungsangebote für Urlauber in Bad Karlshafen mangelhaft

Warm essen ist für Touristen ein Kunststück

Gäste ohne Verpflegung: Es ist ein Glücksfall, tagsüber in Bad Karlshafen ein richtiges Menü zu bekommen. Viele Gaststätten öffnen erst abends, tagsüber gibt es rund um den Hafen nur zwei Imbissmöglichkeiten. Auch der City-Döner an der Weserstraße (Schild im
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Gäste ohne Verpflegung: Es ist ein Glücksfall, tagsüber in Bad Karlshafen ein richtiges Menü zu bekommen. Viele Gaststätten öffnen erst abends, tagsüber gibt es rund um den Hafen nur zwei Imbissmöglichkeiten. Auch der City-Döner an der Weserstraße (Schild im Foto) hat derzeit keinen Mieter.

Die Innenstadt von Bad Karlshafen wird gerade durch die Hafenöffnung und Sanierung des Hafenumfeldes im großen Stil herausgeputzt. Was jetzt noch fehlt, ist ein ausreichendes Zusatzangebot für die Besucher der Stadt.

Bad Karlshafen – Das gilt vor allem für die gastronomischen Angebote, die tagsüber eher enttäuschend seien und bei den Touristen nicht gut ankämen, wie Bürgermeister Marcus Dittrich und Rainer Kowald als Geschäftsführer der Bad Karlshafen GmbH in der jüngsten Stadtverordnetensitzung berichteten. Zur Situation der Gastronomie hatte es bereits ein Gesprächsangebot des Bürgermeisters gegeben, an dem aber nur wenige teilnahmen. Auch weitere Einzelgespräche mit Rainer Kowald deckten eher Probleme auf als Lösungsansätze.

Ein Problem sind unter anderem die uneinheitlichen Öffnungszeiten. Wie Kowald in seinem Bericht über die Arbeit der GmbH bekannt gab, setze man die ganze Hoffnung in den Hafen als neuen Magneten, der aber nächstes Jahr keine Baustelle mehr sein dürfe, denn schon jetzt seien viele Touristen „wahnsinnig enttäuscht“. Das neue Hafenumfeld müsse aber auf jeden Fall auch gastronomisch begleitet werden. Ein Schnell-imbiss reiche da nicht. Ein ausreichend großes Gastronomieangebot auch schon vor 18 Uhr sei wichtig und „eine große Aufgabe“.

Bad Karlshafen an der Einmündung des Diemelradwegs in den erfolgreichen Weserradweg erlebe durch viele Radfahrer einen großen Boom. Die würden bei Ankunft in der Stadt auch um 15.30 oder 16 Uhr gerne mal was essen. Es gebe in der Stadt vier Hotels mit Restaurants und fünf Restaurants, von denen aber nur zwei durchgehend geöffnet seien, andere öffneten erst nach 18 Uhr. Es gebe zwei Imbissmöglichkeiten am Hafen (eine Schlachterei und eine Bäckerei), zudem gebe es eine Eisdiele, die aber oft um 16 Uhr schon ausverkauft sei.

„Wir haben hier ein gastronomisches Problem“, brachte es Kowald auf den Punkt. Er sei froh, dass die Thermengastronomie und die Gaststätte Kaiser Wilhelm, beide am Rand der Altstadt gelegen, tagsüber geöffnet seien. Auch das Schiff Hessen wurde als Café genutzt. Im vergangenen Jahr hatte es im Stadtparlament sogar eine Diskussion über die Erweiterung der Thermengastronomie gegeben, weil die Innenstadtbetriebe eine Konkurrenz fürchteten.

Er appellierte an die Gastronomen, sich mehr zu engagieren: „Die Bad Karlshafener haben hier vier Jahre lang eine Baustelle ertragen, doch jetzt muss auch ein Aufbruch kommen, damit es einen Gegenwert für die Besucher gibt.“ In der Touristinfo habe es bereits zahlreiche Beschwerden über die Situation gegeben.

Bürgermeister Markus Dittrich verdeutlichte die Situation gegenüber der HNA. So habe man darüber gesprochen, dass Betriebe an ihren Ruhetagen ja ein Schild mit einem Hinweis auf die dann geöffneten anderen Betriebe anbringen könnten. Das sei aber zuviel verlangt gewesen. Zudem gebe es weiterhin Bedenken wegen der Thermengastronomie. Es gebe bei den Betreibern sehr unterschiedliche, private, personelle oder finanzielle Gründe für die aktuellen Öffnungszeiten. Die Stadt habe mit dem Hafenumbau alles getan, jetzt seien die Bürger dran, etwas zu tun. (Thomas Thiele)

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