Zusätzliche Anlage oberhalb des Wasserkraftwerks am Netz

Wasserkraft an der Diemel: Auch die Schnecke liefert Strom

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Die Wasserkraftschnecke an der Diemel bei Bad Karlshafen: Kontrollraum und elektrische Anlage sind eingehaust. Der Schneckenkanal erhalt demnächst ein Geländer zur Sicherheit. Das Gelände ist Privatgrundstück der Firma Malzfeldt.

Bad Karlshafen. Dem Wasserkraftwerk der Firma Malzfeldt in Bad Karlshafen ist vor einigen Monaten eine Wasserkraftschnecke vorgeschaltet worden. 

Strom aus Wasserkraft ist die stetigste und zuverlässigste Form zur Gewinnung „grüner“ Energie. An der Diemel gibt es mehrere Wasserkraftwerke – und in Bad Karlshafen gleich zwei. Die Firma Malzfeld betreibt dort schon seit Jahrzehnten ein Wasserkraftwerk und seit vergangenem Jahr auch eine sogenannte Wasserkraftschnecke.

Die Schnecke nimmt Wasser aus dem am Wehr von der Diemel abzweigenden Mühlgraben auf und gibt einen Teil in den Unterarm des Flusses wieder ab. Die technische Anlage dient der Regulierung des Zulaufs zum Wasserkraftwerk der Familie Malzfeldt.

Während der Wasserstrom des Mühlgrabens die Turbinen des Hauptkraftwerkes antreibt, wurde der kleine „Wasserfall“ vom Mühlgraben in die Diemel bis vergangenes Jahr energetisch nicht genutzt. Erst durch den Einbau der Wasserschnecke, wird auch dieses sogenannte „Restwasser“ zur Stromproduktion eingesetzt. Die Mindestabgabemenge beträgt immerhin 1400 Liter pro Sekunde. Das reicht, um einen Generator anzutreiben, der maximal 20 Kilowatt elektrischer Leistung abgeben und umgerechnet 40 Haushalte mit Strom versorgen kann.

Wie das Wasserkraftwerk wurde auch die Wasserkraftschnecke vom Regierungspräsidium in Kassel als Oberer Wasserbehörde genehmigt. Die Anlage befindet sich auf dem Privatgrundstück der Firma Malzfeldt. Aus Sicherheitsgründen hätten nur einige Angler einen Schlüssel zum Betreten des Geländes erhalten, sagt Firmenchef Dr. Wolfram Malzfeldt. Für Kanufahrer gibt es 600 Meter flussabwärts von Wehr und Wasserkraftschnecke eine Anlegestelle, um die Kanus vom Mühlgraben in die Diemel zu überführen. Im Bereich der Schnecke dürften sich nur Mitarbeiter aufhalten, so Malzfeldt. Der Firmenchef reagiert mit diesen Erklärungen auf einen Vorhalt der AfD in Bad Karlshafen. Nach deren Ansicht ist die Wasserkraftschnecke nicht ausreichend gesichert. Weil die etwa vier Meter lange und zwei Meter breite rotierende Anlage nicht abgedeckt ist, stelle sie ein erhebliches Unfallrisiko dar. Die Anlage könne zur tödlichen Falle für Menschen und Tieren werden, heißt es in einer Presseerklärung der AfD.

Bad Karlshafens Bürgermeister Ullrich Otto sieht allerdings keine Gefahr im Verzug. „Behördlicherseits gibt es da nichts zu beanstanden“, sagt Otto. Zudem sei das Gelände Privatbesitz, stellt auch Otto fest. Die Stadt Bad Karlshafen sei „an dieser Stelle nicht gefordert“, sagt Otto: „Wir haben damit nichts zu tun“, weist der Bürgermeister die Forderung der AfD zurück, dass die Stadt zu Kosten der Firma tätig werden müsse, um Abhilfe zu schaffen.

Wolfram Malzfeldt sagt, die Firma habe bereits im vergangenen Jahr ein Geländer um den Kanal der Schnecke in Auftrag gegeben. Dieses Geländer könne demnächst montiert werden, weil auf Anordnung des RP im Winterhalbjahr alle Geländer aus Hochwasserschutzgründen entfernt werden müssen.

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