Zwei Nachwuchsköche gehen an den Herd

Weser-Therme in Bad Karlshafen beklagt großen Azubimangel in der Gastronomie

 Jan Sonntag (links), Dominik Küster (2. von rechts), Küchenchef Albert Lückert (2. von links) und Claudia Fritz von der Bad Karlshafen GmbH (rechts) stehen vor dem Herd in der Küche der Wesertherme.
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Jungköche am Herd: Jan Sonntag (links) und Dominik Küster (2. von rechts) übernehmen ihr neues Einsatzgebiet. Küchenchef Albert Lückert (2. von links) und Claudia Fritz von der Bad Karlshafen GmbH (rechts) sind mit den Nachwuchsköchen sehr zufrieden.

Vor allem im Bereich der Gastronomie herrscht oft ein Mangel an Azubis. Sehr wenige würden sich noch für einen handwerklichen Beruf interessieren.

Bad Karlshafen – Auch in Bad Karlshafen suche man nach neuen Auszubildenden, denn nun haben gleich zwei Jungköche, Jan Sonntag und Dominik Küster, ihre Ausbildung in der Weser-Therme erfolgreich abgeschlossen. Sie verstärken künftig das Gastronomie-Team.

Die ersten Jahre sei es kein Problem gewesen, geeignete Auszubildende zu finden. In den letzten fünf bis sechs Jahren wurde es hingegen immer schwieriger. „Umso mehr freuen wir uns, dass Dominik Küster und Jan Sonntag künftig das Team der Weser-Therme unterstützen. Jede Bewerbung, besonders von Schulabgängern, ist uns willkommen“, sagt Martina Abel, Betriebsleitung der Weser-Therme und Prokuristin der Bad Karlshafen GmbH. Sonntag und Küster waren bis jetzt die letzten Auszubildenden.

Mit den beiden Nachwuchsköchen sei er sehr zufrieden. „Sie sind sehr umgänglich, kommunikativ und auch arbeitsmäßig interessiert. Sie sind die Idealpersonen für Köche“, berichtet Küchenchef Albert Lückert.

Grund für den Mangel an Azubis seien in jedem Fall auch die Arbeitszeiten. „Meist müssen Köche an Wochenenden und abends arbeiten“, erklärt Lückert. Zu diesen Zeiten gehen junge Menschen aber viel lieber weg und wollen nicht arbeiten. „Außerdem streben heutzutage viele einen höheren Bildungsabschluss an“, ergänzt Claudia Fritz von der Bad Karlshafen GmbH im Bereich Kundenbetreuung und Marketing.

Dabei sei der Beruf Koch ständig im Wandel. „Das ist ein nachhaltiger Beruf, denn Essen möchte und muss jeder“, erklärt Sonntag. Es gebe sehr viele Möglichkeiten, die einigen gar nicht bewusst seien.

Vom Jungkoch könne man sich zum Küchenmeister, Diätkoch, vegetarisch oder vegan geschulten Koch bis hin zum Verpflegungsbetriebswirt oder Fachwirt im Gastgewerbe fortbilden.

Jan Sonntag hat die Freude fürs Kochen bereits sehr früh entdeckt. Zuhause seien sie viele Kinder gewesen, so habe er bereits mit sieben Jahren das erste Mal in der Küche gestanden, um seine Mutter zu entlasten. „In der Zeit hat sich dann meine Leidenschaft fürs Kochen entwickelt“, beschreibt er. Ein direktes Lieblingsessen habe er gar nicht. Die Vielfalt der Gerichte sei zu groß. „Alles, was mir nicht schmeckt, verarbeite ich so, dass es mir danach schmeckt“, ergänzt Sonntag.

Nachwuchsköche lassen sich nicht aus der Ruhe bringen

Obwohl der Beruf als Koch oft sehr stressig ist, gefällt es Sonntag und Küster sehr gut. Es werde nie langweilig und man gewöhne sich schnell dran. „Ich komme eigentlich ganz gut mit Stress klar und lasse mich nicht aus der Ruhe bringen“, betont Sonntag. Sollte man doch mal etwas Entspannung nach einem langen Arbeitstag benötigen, hat Lückert eine gute Idee: „Das Besondere bei uns ist, dass man nach der Arbeit immer noch mal eine Runde Schwimmen gehe oder sich in der Sauna entspannen kann.“ Zudem sei das Schichtsystem in der Therme viel praktischer als in anderen Restaurants, sodass die Köche auch noch was von ihrem Tag haben.

Außerdem gefällt den beiden Nachwuchsköchen, dass die Speisekarte sehr weit gefächert ist und sie verschiedene Dinge ausprobieren können. „Wir haben ein sehr breites Publikum, das geht von Jugendlichen bis zu Senioren“, erklärt Chefkoch Lückert. Durch das große Angebot sei dann für jeden Thermebesucher etwas dabei. (Samira Müller)

Bewerbung dieses Jahr noch möglich

Für dieses Jahr kann man sich noch bewerben, sagt Wesertherme-Küchenchef Albert Lückert. Auch für das Berufsbild Fachangestellter für Bäderbetriebe werde derzeit noch ein Auszubildender gesucht. „Wir stellen eigentlich jedes Jahr Azubis ein, aber es ist nun schon das dritte Jahr, in dem wir keinen eingestellt haben.“ Für eine Ausbildung zum Koch sollte man sich generell in der Küche wohlfühlen, kreativ sein. Man lernt das fachgerechte Zubereiten von Fisch, Schalen- und Krustentieren, die Herstellung von Süßspeisen und Backwaren. Auch Sicherheit am Arbeitsplatz gehört dazu.

Infos gibt es im Internet

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