Widerstand gegen Windpark: Waldschützer klagen gegen Wotan

Diese beiden Schwarzstörche im Bereich der Diemelwiesen bei Wülmersen hatten Kartierer der BI Oberweser/Bramwald im Sommer beobachtet.  Foto: Dworak/nh

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) klagt gegen den Windpark Wotan zwischen Langenthal und Helmarshausen.

Für das Gebiet hatte die „Windpark Wotan zweiundreißigste Betriebs GmbH & Co KG“ aus Oldenswort (Schleswig-Holstein) fünf Anlagen beantragt. Drei Anlagen genehmigt das RP.

Diese Genehmigung ficht die Schutzgemeinschaft an. Die Klageschrift sei fristwahrend am 19. Oktober beim Verwaltungsgericht Kassel eingereicht worden, teilt Bernhard Klug, Landesvorsitzender der SDW mit. Der Verein sieht in den drei genehmigten Anlagen eine Gefährdung eines Fauna-Flora-Habitats (FFH). Das europäische Schutzgebiet liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des geplanten Windparks, dessen Anlagen jeweils eine Gesamthöhe von 212 Metern haben sollen.

Die SDW bemängelt, dass für den geplanten Windpark keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) angeordnet worden sei. Das wäre aus Sicht der SDW notwendig gewesen, da der Zweck des FFH-Gebietes ausdrücklich Schutz und Erhaltung des Rotmilans sei. Die von der Bürgerinititative gerichtsfest dokumentierten Flugsichtungen des Milans seien jedoch vom RP als Oberer Naturschutzbehörde nicht entsprechend berücksichtigt worden, erklärt Bernhard Klug. Abweichend vom Hessischen Leitfaden sei auch der Schwarzstorch im Zehn-Kilometer-Radius nicht untersucht worden. In diesem Zusammenhang weist der SDW-Vorsitzende auf Fotos von jungen Scharzstörchen in den Diemelwiesen bei Wülmersen hin (wir berichteten).

Es sei das erste Mal, dass der SDW-Landesverband gegen die Genehmigung von Windkraftanlagen klage, sagt Klug. In diesem Präzedenzfall müsse das Gericht klären, ob deutsches Planungsrecht über europäischem Natur- und Artenschutzrecht stehe. 

Das Regierungspräsidium Kassel hatte bereits im August die Kritik der Bürgerinititiative Oberweser/Bramwald an der Genehmigung des Windparks Wotan zurückgewiesen. Das RP stellte fest, dass die Diemelwiesen, auf denen nahrungssuchende Schwarzstörche beobachtet und fotografiert worden waren, etwa drei Kilometer in südöstlicher Richtung von den geplanten Anlagen entfernt lägen. Der von der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten empfohlene Abstand (Helgoländer Papier) sei also gewahrt. Die Brutplätze der Schwarzstörche lägen im Reinhardswald. Für Nahrungsflüge müssten die Vögel den Windpark wotan nicht überqueren, so das RP.

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