Seit drei Jahren mit dabei

Wie Delfine mit Fell: Alpakas helfen bei Häuslicher Krankenpflege Oberweser

Oedelsheim/Bad Karlshafen. Da staunt man nicht schlecht, wenn plötzlich zwei kleine Kamele – genauer gesagt: Alpakas – aus dem Fahrstuhl im Bad Karlshäfer Carolinum steigen.

Ein paar Schritte weiter tönt „El Condor Pasa“ durch den Flur und im Gemeinschaftsraum angekommen, begrüßt ein älterer Herr die beiden exotischen Tiere in Poncho und andinem Hut. Wenn Lucky und Bubi den Seniorenbereich des Kurhauses besuchen, ist gute Stimmung garantiert – und anscheinend auch südamerikanisches Flair. Eine Stunde ist nun füttern, streicheln, schmusen oder einfach nur mit ihnen reden angesagt. Das kommt bei allen gut an. 

Vorsichtig und einfühlsam

Seit fast drei Jahren gehören die beiden Wallache zum Team der Häuslichen Krankenpflege Oberweser. Zu Hause sind sie bei Geschäftsführer Armin Jakobi, der in Heisebeck eine vierköpfige Herde hält. Auf die besonderen Tiere aus den Anden kam er vor allem wegen ihrer sehr zurückhaltenden Art: „Mit Hunden haben viele schlechte Erfahrungen gemacht. Ponys und Esel sind oft sehr fordernd und stupsen auch mal. Alpakas hingegen sind überaus vorsichtig und einfühlsam. So etwas wie Delfine mit Fell“, erläutert er seine Beweggründe. 

Unterwegs mit Lucky und Bubi: Sabine Schlaf (links) und Simone Schnadhorst sind das Alpaka-Team der Häuslichen Krankenpflege Oberweser. Rund ein Jahr haben sie die Tiere auf ihre Einsätze vorbereitet, etwa geübt, wie man Treppenstufen bewältigt. 

Bisher wurde er nicht enttäuscht: Ob bei ihren regelmäßigen Besuchen im Rehabilitationszentrum Lippoldsberg oder wie jüngst in Bad Karlshafen – die beiden Paarhufer bestechen stets mit ihrer Liebenswürdigkeit. Ob Treppe, Fahrstuhl oder enge Zimmer, Lucky und Bubi folgen treu ihren Führern, ohne zu bocken oder etwa zu spucken. 

„Natürlich ist irgendwann eine Grenze erreicht. Wenn sie keine Lust mehr haben, geht nichts mehr und dann brechen wir auch ab“, sagt Simone Schnadhorst, die mit Sabine Schlaf das Alpaka-Team der Einrichtung bildet. Um ihre Schützlinge zu locken, werden Futter und Leckerlis eingesetzt. „Äpfel mögen sie sehr gerne, das zieht immer“, erklärt Kollegin Schlaf.

Nachdem im Aufenthaltsraum viele Gelegenheit hatten, die beiden zu liebkosen, geht es in die Zimmer zu den Bettlägerigen. Einige der Bewohner sind so stark eingeschränkt, dass selbstständige Bewegungen unmöglich sind. So auch bei einer älteren Dame, wo Lucky sanft mit seiner weichen Nase an der Hand schnuppert – eine Berührung, die bei Schlaganfallpatienten schon einiges bewirken kann. 

Doch unmittelbarer Kontakt ist nicht mal nötig: Allein das Anschauen der großen dunklen Augen und ihre summenden Laute haben schon eine Wirkung. Die hat auch viel mit Ruhe zu tun, denn hektisch wirken Alpakas selten. Sie bestechen durch ihre angenehme unaufdringliche Art.

Rubriklistenbild: © Temme

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