Planer stellen neue Info-Reihe vor

Würgassen: Filme sollen Abläufe im geplanten Atommüll-Logistikzentrum erklären

Animationen und Grafiken: In einem zweiminütigen Filme erklärt die BGZ, warum aus ihrer Sicht ein Atommüll-Logistikzentrum in Würgassen nötig ist. Screenshot: BGZ/nh
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Animationen und Grafiken: In einem zweiminütigen Filme erklärt die BGZ, warum aus ihrer Sicht ein Atommüll-Logistikzentrum in Würgassen nötig ist.

Auf welchen Wegen kann man in einer Pandemie über das geplante Atommüll-Logistikzentrum in Würgassen informieren? Hier gibt es die Antworten.

Würgassen - Die Planer der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) setzen auf einen Mix von neuen Erklärfilmen, aktualisiertem Internetauftritt und – sobald möglich – Infobüro und Besichtigungen vor Ort. Am Mittwoch wurden dazu Details vorgestellt.

Welche Neuerungen hat die BGZ angekündigt?
Zum einen ist die Internetseite der Planer (bgz.de) neu gestaltet worden. Sie sei nun übersichtlicher und barrierefrei, inhaltlich sei dabei nichts verloren gegangen, sagte der Generalbevollmächtigte für das Logistikzentrum, Christian Möbius. Zum anderen sollen mehrere Filme, die BGZ spricht von einer Handvoll, verschiedene Aspekte des Projekts erläutern und die Abläufe klarer machen, ergänzte BGZ-Bereichsleiter Dr. Heinz-Walter Drotleff: „Das ist ein Art Sendung mit der Maus.“ Sprich: Das Ziel ist, komplizierte Inhalte möglichst verständlich zu erklären. Dabei setzt man verstärkt auf eine Verbreitung über Youtube, wo man einen Kanal unter dem Namen „BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH“ mit Infos bestückt.
Ist schon ein Film dieser neuen Reihe fertig?
Ja. In gut zwei Minuten werden darin mit Grafiken und Animationen der derzeitige Stand der Zwischenlagerung von Atommüll in Deutschland, die Funktion des Endlagers Konrad und die Rolle des Logistikzentrums in Würgassen erklärt. Nur bestimmter Atommüll könne nebeneinander gelagert werden, eine passgenaue Anlieferung aus Würgassen soll dafür sorgen, heißt es dort.      Das erinnert vom Prinzip her an den Videospiel-Klassiker Tetris – mit dem ernsten Hintergrund, dass es sich um reale schwach- und mittelradioaktive Abfälle handelt. Von einem „Gewinn für uns alle“ spricht dazu eine Frauenstimme und davon, dass der sicherste Platz für Atommüll ein Endlager unter der Erde sei. Es sei aber auch klar: Für die Menschen vor Ort sei so etwas eine Belastung. Die BGZ verspreche, dass man weiter den Dialog suchen und für Vorschläge offenbleiben wolle.     Vor Kurzem hatte die BGZ schon einen Animationsfilm mit der geplanten Ansicht des Logistikzentrums in Würgassen auf Youtube eingestellt. Er wurde bislang 1200 Mal aufgerufen.
Wie genau will die BGZ den Dialog suchen?
Über die Website, die Kanäle Youtube und Twitter (twitter.com/die_bgz), aber auch über Präsenz vor Ort. Man hoffe, dass es die Coronasituation bald zulasse, mit den Menschen vor Ort stärker ins Gespräch zu kommen, sagt Möbius. Die Eröffnung eines Infobüros in Beverungen sei für Mai/Juni geplant, in der Folge soll es auch kleine Gesprächskreise in Orten der Region geben. Und man habe Bürgermeister sowie weitere Kommunalpolitiker aus der Region eingeladen, sich das geplante Baugelände in Würgassen und auch das in Bau befindliche Endlager Konrad anzuschauen – auch, wenn das derzeit nur mit begrenzter Personenzahl möglich sei. Solche Angebote soll es dann auch für Bürger der Region geben. Zudem setzte die BGZ die Veranstaltungsreihe „Forum Zwischenlagerung“ als digitales Format fort. Für Freitag, 23. April, sind alle Interessierten um 15 Uhr zu dem Live-Format auf bgz.de eingeladen.
Vorige Woche hatte ein Gutachter für eine Bürgerinitiative auf mögliche geologische Gefahren für das Baugelände in Würgassen hingewiesen. Gibt es dazu Neuigkeiten?
Nein. Die BGZ hatte durch ihren eigenen Bodengutachter ja schon erklären lassen, dass aus ihrer Sicht kein geologisches Risiko für das Baugelände in Form so genannter Erdfälle bestehe. Das sei erst einmal Stand der Dinge. „Wir nehmen so etwas ernst“, betonte Christian Möbius. Für das Genehmigungsverfahren werde man dem Thema ohnehin weiter nachgehen und weitere technische Möglichkeiten für Bodenuntersuchungen ausschöpfen.
Was sagt die BGZ zu dem geplanten Standortkreis, der das Projekt kritisch begleiten soll?
„Wir begrüßen das“, sagte Möbius mit Blick auf den Kreis, der von drei Bundestagsabgeordneten der Region, darunter Esther Dilcher aus Hofgeismar, initiiert wurde. Neben den drei Abgeordneten sollen ihm auch Bürgermeister aus der Region, weitere Kommunalppolitiker und Vertreter von Bürgerinitiativen angehören. Die BGZ wolle mit dem Standortkreis zusammenarbeiten und ihrer Verpflichtung nachkommen, Informationen bereitzustellen und Rede und Antwort zu stehen, so Möbius. (Matthias Müller)

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