Protest mit Maske und Mistgabel

Mahnwache gegen Zwischenlager für Atommüll in Würgassen

Demo mit Abstand: Zur Mahnwache in Würgassen hatten sich gestern Kritiker des geplanten Atommüll-Logistikzentrums eingefunden. 
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Demo mit Abstand: Zur Mahnwache in Würgassen hatten sich gestern Kritiker des geplanten Atommüll-Logistikzentrums eingefunden. 

Zu einer Mahnwache versammelten sich rund 60 Leute in Würgassen. Sie protestierten gegen Arbeiten für die geplante Errichtung eines Zwischenlagers für Atommüll.

Genau in dem Moment, als Dirk Wilhelm, Sprecher der „Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck im Dreiländereck“, am Montagmittag mit Medienvertretern spricht, donnert ein Kampfflugzeug der Bundeswehr über das Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen.

Wilhelm greift den Überflug gleich auf: „Sehen Sie, das zeigt, welches Risiko in Kauf genommen wird, wenn hier tatsächlich ein atomares Zwischenlager errichtet werden sollte“, sagt er. „Das Gelände liegt in einem von acht militärischen Tieffluggebieten in Deutschland.“ Aber das atomare Zwischenlager solle weder gegen Flugzeugabstürze noch gegen terroristische Anschläge geschützt werden, sagt der BI Sprecher, das sehe das Gesetz nicht vor.

Mahnwache in Würgassen: Rund 60 Menschen beteiligten sich

Dem Aufruf der BI zu einer Mahnwache an der Zufahrt zum Akw sind am Montagmorgen an die 60 Menschen aus den benachbarten Gemeinden im Dreiländereck gefolgt. Karlshafener fanden sich da neben Beverungern und Lauenfördern. Sie eint der Widerstand gegen die Pläne des Bundesumweltministeriums und der bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), auf und an dem Gelände des ehemaligen Akw ein Zwischenlager für mittel- und schwachradioaktiven Müll zu errichten.

Das gigantische „Logistikzentrum“, wie die BGZ es nennt, soll den strahlenden Müll aus allen deutschen Atomkraftwerken, aus Medizin und Industrie aufnehmen. Die Transporte sollen in Würgassen gesammelt, hier sortiert und für das Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter zusammengestellt werden.

„Die Infrastruktur für monatlich 400 Lkw-Ladungen und 200 Güterzüge ist hier aber nicht vorhanden,“ sagt Wilhelm und weist auf die untauglichen Bahnkörper sowie die Nadelöhre der Bundesstraße in Trendelburg und Deisel hin.

Mahnwache in Würgassen: Protest gegen Erkundung und Vermessung

Die Mahnwache war ein Protest gegen die Erkundungs- und Vermessungsarbeiten, die am Montag auf dem Gelände begonnen hatten. Die Baugrunduntersuchungen dienen der BGZ für das Genehmigungsverfahren, das im nächsten Jahr bei der Bezirksregierung Detmold beginnen soll. Die Teilnehmer hielten sich an die Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise. 

„Die Forderung der BI und von Politikern, erst nach Corona mit den Arbeiten zu beginnen als Zeichen der Fairness den Menschen und der Öffentlichkeit gegenüber, wurde nicht berücksichtigt“, sagte Dirk Wilhelm. Er forderte den sofortigen Stopp aller Arbeiten. Zudem verlangt die BI die Neubewertung der Abfallbehandlung und möglichen Endlagerung nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik.

Inzwischen laufen die ersten Bohrungen für das Atommülllager bei Würgassen.

Die Erkungsarbeiten für ein mögliches Atommüllager im ehemaligen Atomkraftwerk  Würgassen schreiten voran. Jetzt haben die Vermessungsarbeiten begonnen. 

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