Verkehr in der Innenstadt

Bahnhofstraße Hofgeismar: Viele Fußgänger ignorieren Zebrastreifen

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Beliebte aber riskante Überquerung: Fußgänger eilen über die Bahnhofstraße, obwohl Ampel und Zebrastreifen nicht wirklich weit entfernt sind. Der Streifen mit der Sperrfläche bietet nur trügerische Sicherheit. 

Obwohl es in Sichtweite eine Fußgängerampel und einen Zebrastreifen gibt, überqueren zahlreiche Passanten die Bahnhofstraße an anderen Stellen – ein Risiko.

Fußgänger hasten über die Bahnhofstraße in Hofgeismar. Einige müssen wegen der durchfahrenden Autos und Lastwagen in der Mitte der Straße anhalten. Sie warten kurz – und gehen dann weiter. Im Bereich zwischen der Fleischerei Köhler auf der einen und dem Edeka Super 2000 auf der anderen Seite eine alltägliche Situation – und das obwohl sich in Sichtweite ein Zebrastreifen und eine Ampel befinden. An einem beliebigen Nachmittag zählt man in fünf Minuten schon mal 20 Personen, die das so machen.

„Ich sehe das seit Jahren“, sagt HNA-Leser Robert Davin. Auch in der Industriestraße sehe er immer häufiger Menschen, die in der Höhe der Supermärkte Lidl und Tegut die Straße überqueren. „Diesen Gefahrenpunkt sollte man ansprechen“, findet Davin.

Nutzung anderer Querungswege zumutbar

Die Stadt hat dazu einen klaren Standpunkt: „Wir sehen derzeit keinen Handlungsbedarf“, sagt Daniela Pfeiffer, Leiterin des Hofgeismarer Ordnungsamtes über die Bahnhofstraße. Beim Amt seien diesbezüglich bisher keine Beschwerden oder Anregungen eingegangen. Da es bereits zwei Übergänge gebe, sei es schwierig, über einen weiteren nachzudenken. „Man kann den Fußgängern sicher zumuten, die vorhandenen Verkehrsüberwege zu nutzen.“ Eine Messung der Redaktion in einer digitalen Karte ergibt: 180 Meter liegen zwischen den Überwegen.

Die Situation in der Industriestraße unterscheide sich von der Bahnhofstraße, erklärt Pfeiffer. Dort müssten Änderungen in der Verkehrsführungen mit dem Kreis entschieden werden. Aufgrund des Hotelneubaus neben der Ess-Bar werde die Verkehrssituation jedoch neu bewertet.

36 Verletzte seit 2009

Der Polizei Hofgeismar sei das Problem bewusst, sagt Oberkommissar Ingo Pies. Vor einiger Zeit hätten Ordnungsbeamte in der Bahnhofstraße kontrolliert und Fußgänger darauf hingewiesen, dass sie die Ampel oder den Zebrastreifen nutzen sollten. „Viele Fußgänger bleiben in der Mitte der Bahnhofstraße stehen“, sagt Pies, „das ist sehr gefährlich.“

Ein Blick in die Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel zeigt: In Hofgeismar haben sich seit 1. Januar 2009 insgesamt 43 Unfälle ereignet, an denen Fußgänger beteiligt waren. Keiner davon war tödlich, aber es gab in 36 Fällen Verletzte. Im genannten Abschnitt der Bahnhofstraße wurden sieben Unfälle registriert. Die meisten fanden beim Überqueren des Zebrastreifens statt. 2018 ereignete sich auf diesem Streckenabschnitt kein Unfall, im Jahr 2019 ein Unfall auf dem Zebrastreifen.

Für die Industriestraße sind fünf Unfälle mit Fußgängerbeteiligung in den vergangenen zehn Jahren registriert, der letzte 2017. In keinem der genannten Fälle in der Bahnhofstraße und Industriestraße waren die Fußgänger die Verursacher, sprich weil sie vorschriftswidrig die Fahrbahn überquerten.

Grundsätzlich sei es nicht verboten, Straßen zu überqueren, sagt Daniela Pfeiffer. In der Straßenverkehrsordnung sei jedoch festgelegt, dass Fußgänger Überwege nutzen sollen. An einem neuen Verkehrskonzept für die Hofgeismarer Innenstadt wird seit 2017 gearbeitet. Die Optionen für Lkw, Pkw und Fußgänger werden derzeit diskutiert und müssen noch vom Stadtparlament entschieden werden.

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