„Man könnte meinen, dass man uns vergessen hat.“

Bands rund um Hofgeismar suchen Raum zum Spielen und Üben

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Möchten für Livemusik einen Bresche schlagen: Michael Sturz, Anna Sening und Nils Tauche von Spark of Sense würden gerne ihre Musik häufiger präsentieren. Doch es fehlen massiv Auftrittsmöglichkeiten. Aktuell suchen sie einen neuen Bassisten. Foto: Temme

Grebenstein. Wer Musik macht, möchte diese natürlich auch präsentieren. Genau das ist der Knackpunkt bei vielen eher unbekannten Bands, denn es gibt immer weniger Auftrittsmöglichkeiten für sie.

So zumindest schildern die Mitglieder der Grebensteiner Band „Spark of Sense“ (SOS) ihre Erfahrungen. „Man könnte meinen, dass man uns vergessen hat“, sagt Nils Tauche, der schon seit seiner frühen Jugend in verschiedenen Formationen mitgewirkt hat. Früher habe es an jeder Ecke handgemachte Musik gegeben, doch dies werde immer weniger, entwickle sich zunehmend zu einen echten Problem für kleinere Bands.

Woran das liegen könnte, kann der 45-Jährige nur mutmaßen: „Sicherlich hat es auch etwas mit dem Kneipensterben zu tun, denn Bars, Bistros oder andere alternative Einrichtungen waren einst eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren“, erklärt der Grebensteiner und führt das legendäre Treibhaus in Zierenberg und das Elgershäuser Savoy an, wo es früher regelmäßig Livemusik zu hören gab. Eine Ausnahme sei da das V8 in Espenau.

Coverbands gefragter

Dass sie dieses Schicksal mit vielen teilen, darüber ist man sich bei SOS einig: „Im Kasseler Raum gibt es jede Menge Bands, denen es sicherlich nicht besser ergeht“, sagen Tauche und seine Bandkollegen Michael Sturz und Anna Sening. Sie schränken aber ein, dass typische Coverbands es leichter hätten. „Wer Rockklassiker und Ähnliches spielt, hat eindeutig bessere Karten bei den Kneipiers, werde einfach häufiger gebucht“, meint der SOS-Schlagzeuger. Denn Musik zum Mitgröhlen käme nun mal an.

Auch wenn die Drei genau wissen, dass sich generell das Hören von Musik stark verändert hat, dass Lieblingslieder heute vor allem aus dem Computer kommen, so möchten sie sich dennoch für die fast schon aus der Mode gekommene Livemusik kleiner Bands stark machen: „Live handgemachte Musik zu erleben, ist so etwas Tolles, sowas gibt es am Computer nicht“, wirbt der selbstständige Landschaftsgärtner für dieses Angebot. Zu großen Festivals oder hippen Stars hätten die Leute ja keine Probleme mehrere hundert Kilometer zu fahren, was zeige, dass Konzerte ankämen.

Kontaktbörse gesucht

Ihr trauriges Schicksal, ihr Können nur selten präsentieren zu können, wollen die Grebensteiner Musiker so nicht hinnehmen. „Es müsste eine Plattform geben, wo Gastronome und Musiker zusammenkommen“, meint Michael Stutz, Gitarrist bei SOS. Dort sollten diese dann diese Gelegenheit haben Kontakt zu den Bands aus der Region aufzunehmen. „Konkurrenz gibt es unter Musikern unserer Art sowieso nicht - so ein Portal mit Hörproben fänden bestimmt alle gut.“ Eine erste Idee, die seiner Meinung nach vielleicht von lokalen Medien der Region realisiert werden könnte.

Schlagzeuger Tauche hat vor einigen Jahren die Musikschmiede in Grebenstein gegründet. Sechs Bands proben hier. „Ich habe unzählige Anfrage nach Proberäumen, allein das zeigt mir wie viele musikmachende Menschen es hier so gibt.“ Überzeugt ist er auch, dass es an Interesse daran nicht mangele, nur eben an den Schnittstellen, den Auftrittsmöglichkeiten. Eine wird es immerhin am 23. Juni geben, wenn die Schmiede zum jährlichen Sommerfest lädt.

Kontakt: Nils Tauche, Telefon: 01 72 56 35 650

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