Hoffnungen zerstört

Aus für Biowärme: Bank lehnt Kredit ab

Calden. Die Biowärme Westuffeln steht vor dem endgültigen Aus: Die finanzierende Bank lehnte am Freitag den für das Fernwärmeprojekt nötigen Kredit ab.

Aktualisiert um 15.25 Uhr

Das teilte Ute Blickwede vom Vorstand der Genossenschaft mit. Für die Mitglieder bedeutet dies erhebliche finanzielle Einbußen. Sie werden nur einen Teil ihres Kapitals wiedersehen. Die Biowärme wollte Häuser in Obermeiser und Westuffeln mit Wärme aus Biomasse über ein Fernwärmenetz versorgen. Doch nach einer Kapitalerhöhung blieben nur 212 Wärmekunden an Bord, 34 sprangen ab.

Der Grund: Jeder Wärmekunde sollte erneut 1300 Euro zuschießen, um das Projekt möglich zu machen. Zuvor war jeder mit 4500 Euro beteiligt. Durch den Verlust der Wärmekunden wäre auch der Preis gestiegen, den die verbliebenen für die Wärme zahlen müssen. Statt 10,56 Cent pro Kilowattstunde wären 11,36 Cent nötig gewesen.

Der „Erosionsprozess der Mitglieder“ gab laut Blickwede den Ausschlag für die Bank. Durch den Ausstieg des Kreditinstituts ist auch Calden aus dem Spiel. Die Gemeinde bleibt auf einem Kommunalkredit von ursprünglich 2,7 Millionen Euro sitzen. Das verbliebene Geld kann Calden für Investitionen ausgeben, muss aber einen höheren Zinssatz zahlen, als wenn die Kommune selbst Kredit aufgenommen hätte.

Es droht ein Zinsschaden von 368 000 Euro. Wie viel Geld die Genossen zurückbekommen, wird sich zeigen. Laut der Biowärme sind über 50 Prozent der Mittel aufgebraucht. Die Genossenschaft werde abgewickelt. „Wir werden an einer Insolvenz vorbeischrammen“, sagt Blickwede.

Das Scheitern der Biowärme zeige, dass in Deutschland „keine Förderlandschaft für solche Projekte existiert“. „Es ist bedauerlich für die Genossen, die viel Geld verloren haben, und für den Vorstand“, sagte Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz. Denn der habe „riesiges Engagement gezeigt“.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.