CDU kritisiert ihn

Besuch in Calden: Schäfer-Gümbel: Flüchtlingszelte nur Notlösung

Calden. Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich in Calden eine Notunterkunft für Flüchtlinge angeschaut. Sein Fazit: Zelte dürfen nur eine Notlösung sein.

Schäfer-Gümbel sieht Zelte zur Unterbringung von Flüchtlingen als "absolute Notlösung". "Das darf auch vor dem nahenden Winter kein Dauerzustand werden", sagte er am Dienstag in der Flüchtlings-Notunterkunft in Calden. Das Land sei gefordert, geeignete Gebäude wie leerstehende Kasernen schnellstmöglich zu nutzen. Am ehemaligen Flugplatz Kassel-Calden war im Juli eine Zeltstadt für rund 1000 Asylsuchende aufgebaut worden. Die Zelte sollen laut Planung bis zum Herbst genutzt werden.

In den Gesprächen mit den Asylsuchenden sei er auf Alltagsprobleme etwa in Sanitäreinrichtungen angesprochen worden, sagte Schäfer-Gümbel. "Es ist eine schwierige Situation, aber es wird versucht, Abhilfe zu schaffen." Auch gebe es Spannungen wegen unterschiedlicher Herkünfte der Flüchtlinge.

Kritik von der CDU

Thorsten Schäfer-Gümbel

Die hessische CDU warf dem SPD-Chef politische Inszenierung vor. Schäfer-Gümbel stelle seinen eigenen medialen Auftritt offensichtlich über den Schutz vor teilweise traumatisierten Menschen in Flüchtlingsunterkünften. "Auch Flüchtlinge haben Persönlichkeitsrechte", betonte CDU-Generalsekretär Manfred Pentz in Wiesbaden. Bei dem Besuch von Schäfer-Gümbel in der Flüchtlings-Notunterkunft sollten ursprünglich auch Medienvertreter anwesend sein. Die Erlaubnis war jedoch laut SPD vom Regierungspräsidium Kassel zurückgezogen worden.

Schäfer-Gümbel nannte die Aussagen von Pentz "dümmlich und unnötig". Um die Herausforderung des Flüchtlingsstroms zu meistern, sei ein Parteienstreit nicht angebracht. (lhe)

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