Anwohner in Lippoldsberg fürchten Hochwasser durch Schwülme

Bewuchs an Brücke wird entfernt

Zugewachsen, aber laut Gemeinde kein Hindernis: Die Flutmulde bei Lippoldsberg soll seit Jahren umgestaltet werden. Den Bewuchs beiderseits der Kreisstraßenbrücke will der Schwülmeverband vorzeitig räumen lassen.
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Zugewachsen, aber laut Gemeinde kein Hindernis: Die Flutmulde bei Lippoldsberg soll seit Jahren umgestaltet werden. Den Bewuchs beiderseits der Kreisstraßenbrücke (Bildmitte) will der Schwülmeverband vorzeitig räumen lassen.

Nach den Überschwemmungskatastrophen der vergangenen Woche machen sich auch Bürger an der Oberweser Sorgen um den Hochwasserschutz.

Lippoldsberg. Während sie seit Langem mit den jährlichen Frühjahrshochwassern der Weser umgehen können und Barrieren und Sandsäcke bereithalten, sorgen sich etliche Lippoldsberger um das Wasser der Schwülme, weil die Flutmulde seit Jahren verlandet.

Ableitung dicht bewachsen

Die Flutmulde lenkt das Schwülmewasser auf einer Abkürzung nordöstlich am Unterdorf vorbei direkt in die Weser. Weil die Verlandung der Flutmulde wieder zugenommen hat und sie teilweise dicht bewachsen ist, haben sich Bürger an den Ortsbeirat gewandt. Auch die Jagdgenossenschaft und der Schwülmeverband erörterten das Thema und wandten sich an den Ersten Beigeordneten Karl-Heinz Kempe als stellvertretenden Bürgermeister. Das letzte Ausbaggern sei schon einige Jahre her, der Bewuchs sehe aber schlimmer aus als er sei, sagte Kempe auf Anfrage der HNA. Wann eine Maßnahme geplant ist, könne aber nur der Bürgermeister sagen.

Baumaßnahme noch nicht umgesetzt

Für 2018 waren, wie die HNA berichtete, schon einmal 650 000 Euro für eine größere Hochwasserschutzmaßnahme im Bereich der Flutmulde eingeplant. Das wurde bislang aber nicht umgesetzt. 2019 wurde ein weiterer Antrag gestellt, über dessen Ausgang gestern aber nichts bekannt war, weil Bürgermeister und Kämmerer noch im Urlaub sind. Es gibt bereits Pläne für eine Umgestaltung und Renaturierung der Flutmulde.

Zuständigkeit geteilt

Deren Unterhaltung ist zweigeteilt: Für den Hochwasserschutz und das Räumen der Mulde ist die Gemeinde zuständig, für den freien Abfluss und das Ausbaggern der teilweise gepflasterten Mittelrinne sorgt etwa alle drei Jahre der Wasserverband Schwülme. Dessen Vorsitzender Hartmut Koch sagte auf Anfrage, dass das Gras kein Problem sei, weil es sich bei Hochwasser flach lege.

Vorsichtshalber freiräumen

Zur Beruhigung werde man aber schon dieses Jahr (nach Ende der Blüh- und Brutzeit) den Brückenbereich freiräumen, damit dort kein Rückstau entsteht. Die Bäume würden regelmäßig samt Wurzeln entfernt. Koch: „Wenn aber ein 100-jähriges Hochwasser wie in der Eifel kommt, hat man keine Chance.“ (Thomas Thiele)

Vollgelaufen: Schon beim Hochwasser im Januar 2018 war die Flutmulde weitgehend verlandet. Archiv

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