Biber gesichtet: Der Baumeister ist zurück

... und anschließend auf einem Ast kauernd. Fotos:  Gräbe

Hofgeismar. Vor einigen Jahren hat der Naturschutzbund versucht, an der Holzape, dem naturnahen Bachlauf im Reinhardswald, Biber anzusiedeln. Aber das hat nicht geklappt.

Ein Forellenzuchtbetrieb hatte Sorge um seine Anlagen und einen Behördenmitarbeiter verließ die Courage. Denn Biber hinterlassen nicht nur Spuren in der Natur, sondern sie bauen ganze Burgen in Böschungen und Dämmen. Die Eingänge der Biberburgen liegen unter Wasser, aber im festen Erdreich können sie sich weiträumig ausdehnen.

Zwei junge Entdecker

Doch nun sind die Biber doch noch in der Region angekommen - zumindest einer. Zwar nicht in der Holzape, sondern etwas weiter nördlich in der Esse. Entdeckt haben den munteren Nager zwei Jungen. Der zwölfjährige Sören Wanke und der zehn Jahre alte Theodor Slenczka spielten vor einigen Tagen am Uferbereich der Esse, als sie plötzlich ein lautes Platschen im Wasser hörten. Kurz darauf tauchte der Verursacher aus seinem Versteck hinter im Wasser hängendem Gestrüpp auf. Die beiden schossen sogleich ein paar Fotos mit dem Handy und glichen die Bilder mit Darstellungen im Internet ab. Da waren dann die letzten Zweifel beseitigt: es handelt sich um einen Biber.

Einen Tag später führten die beiden Jungen dann HNA-Mitarbeiterin Christina Gräbe an den Ort ihrer Entdeckung. Nach einigen Minuten des Wartens gelangen auch Gräbe Fotos des Bibers in der Esse.

Naturfreunde und -schützer sind hoch erfreut über die Rückkehr des in Nordhessen über Jahrhunderte verschwundenen Großnagers. „Der Biber ist ein großer Baumeister“, sagt Hofgeismars Nabu-Vorsitzender Hans-Jürgen Schwabe. Durch seine Dammbauten könne er Flächen verwässern und damit neuen Lebensraum für viele Arten schaffen. „Und das ganz ohne Antrag bei Behörden“, so Schwabe.

Als Naturschützer hofft der Nabu-Vorsitzende, dass dem Biber - vermutlich ein männliches Tier - bald eine Artgenossin folgt. Denn er stehe zwar unter strengem Schutz, aber als Einzeltier „ist er ein armer Hund“, sagt Schwabe. (geh)

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